Stand: 09.06.2020 12:54 Uhr

Waffenbehörde Ludwigslust-Parchim: Mitarbeiter unter Verdacht

Zwei SEK-Beamte zwischen Transportern
Die fehlende Munition war Ende des Jahres 2017 bei einer Durchsuchung eines ehemaligen Elitepoilzisten in der Nähe von Schwerin beschlagnahmt worden.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Waffenbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und der Vorteilsannahme. Der Mann soll unter anderem Kriegsmunition illegal weitergegeben haben. Es handelt sich dabei um zehn Patronen Doppelkernmunition. Die Patronen dürfen nur von Armeen benutzt werden.

Mitarbeiter der Waffenbehörde LuP wurde freigestellt

Die Munition war Ende des Jahres 2017 bei einer Durchsuchung eines ehemaligen Elitepoilzisten in der Nähe von Schwerin beschlagnahmt worden. Zudem soll der Mitarbeiter eine Einfuhrgenehmigung für ein Gewehr aus dem Ausland auffallend schnell erteilt haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Laut weiteren Ermittlungsergebnissen hat er sich dafür möglichwerweise bestechen lassen. In der vergangenen Woche wurde der Arbeitsplatz des Mitarbeiters durchsucht. Im Anschluss daran wurde er vom Dienst freigestellt.

Zusammenhang mit rechtsextremer Nordkreuz-Gruppe?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den Ex-Elitepolizisten sowie der rechtsextremen Gruppe Nordkreuz. Der beschuldigte frühere Scharfschütze beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern war bereits Ende vergangenen Jahres wegen illegalen Waffenbesitzes zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft, die eine höhere Strafe gefordert hatte, ging in Revision.

Die Mitglieder der Gruppe Nordkreuz bereiten sich mit dem Anlegen von Vorräten, Waffenlagern und mit Überlebenstrainings auf einen Katastrophenfall vor. In Chats unter einzelnen Mitgliedern war den Ermittlungen zufolge auch rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht worden.

Weitere Informationen
Robert Kain (l-r), Verteidiger, der Angeklagte, ein ehemaliges Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK), Ullrich Knye, Verteidiger, und Matthias Macht, Verteidiger, warten im Gerichtssaal auf den Prozessbeginn. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Anklage will Revision im "Nordkreuz"-Prozess

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.06.2020 | 14:00 Uhr

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