Stand: 12.11.2019 05:21 Uhr

Usedom: Gigantischer Bohrer soll Swine-Tunnel "graben"

Beim Bau des Swine-Tunnels soll eine gigantische Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen. Sie hat ähnliche Maße wie die Hamburger Elbtunnel-Bohrmaschine TRUDE. (Archivbild)

Die Vorbereitungen für den Bau des Swine-Tunnels, der Swinemünde auf Usedom im Jahr 2022 mit dem polnischen Festland verbinden soll, gehen weiter voran. Derzeit wird nach Angaben von Swinemündes Stadtpräsident Janusz Żmurkiewicz in China eine gigantische Bohrmaschine gebaut. Der Riesen-Bohrer soll den 3,5 Kilometer langen Tunnel graben. Er habe einen Durchmesser von 13,5 Metern und werde insgesamt 3.000 Tonnen wiegen, so Żmurkiewicz weiter.

Fast so groß wie Elbtunnel-Bohrer TRUDE

Die Maschine hätte damit ähnliche Maße wie die Tunnelbohrmaschine TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe), die in den 1990er-Jahren in Hamburg beim Bau der vierten Elbtunnelröhre zum Einsatz kam. TRUDE war seinerzeit mit einem Außendurchmesser von 14,20 Metern die weltweit größte Maschine ihrer Art.

Bohrmaschine wird in Einzelteilen nach Usedom gebracht

Für die kilometerlangen Bohrungen unter der Erde werde die 110 Meter lange Bohrmaschine in China zunächst in Einzelteilen gefertigt. In einem Jahr soll sie dann nach Swinemünde gebracht und dort zusammengebaut werden. Der Beginn der ersten Bohrungen für den Swine-Tunnel ist demnach für Ende 2020 geplant.

Erste Bohrungen in Vorbereitung

Ein dreiköpfiges Firmenkonsortium habe vor kurzem die offizielle Genehmigung zum Bau erhalten. Vor Ort seien bereits die ersten Vorbereitungen für die Bohrungen im Gange, hieß es weiter. In Spitzenzeiten würden mehrere hundert Bauarbeiter gleichzeitig an dem Großprojekt bauen, kündigte der Stadtpräsident an. Im September 2022 soll der Verkehr durch den Tunnel rollen. Die Gesamtkosten des Tunnelbaus betragen 212 Millionen Euro. Davon werden rund 85 Prozent von der EU finanziert.

Insulaner befürchten noch mehr Verkehr

Der Swine-Tunnel ist Teil des polnischen Infrastruktur-Großprojekts Schnellstraße S3. Diese soll den Norden Polens mit dem Süden verbinden - über 500 Kilometer von Swinemünde bis an die tschechische Grenze. Experten rechnen nach Fertigstellung des Tunnels mit steigenden Touristenzahlen auf Usedom. Auf der deutschen Seite der Insel ist der Tunnelbau umstritten, weil Anwohner eine deutliche Zunahme des Verkehrs befürchten. Schon jetzt gibt es gerade in der Hauptferienzeit massive Verkehrsprobleme auf der Insel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.11.2019 | 06:00 Uhr

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