Stand: 15.10.2018 10:34 Uhr

Urteil nach Messerattacken: Neun Jahre Haft

Bild vergrößern
Ein Mann, der seine Ex-Freundin und einen Nebenbuhler niederstach, muss neun Jahre ins Gefängnis. (Symbolbild)

Das Landgericht Neubrandenburg hat einen 29-jährigen Asylbewerber wegen versuchten Mordes und zweifacher schwerer Körperverletzung zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus der Türkei hatte vor Gericht gestanden, mit einem langen Messer am 18. Mai von hinten auf einen 31-jährigen deutsch-türkischen Bekannten und dessen deutsche Ex-Freundin eingestochen zu haben. Die Tat geschah vor vielen Zeugen vor einem Döner-Imbiss am Neubrandenburger Rathaus. Als Motiv gab der Beschuldigte Eifersucht an.

Gericht: Beschuldigter wollte Nebenbuhler beseitigen

Angeklagt war der 29-Jährige wegen zweifachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Das konnte vor Gericht nicht vollständig bewiesen werden. Das Gericht wertete nur die Tat an dem Landsmann als Mordversuch. Diese Attacke hatte der 29-Jährige im Vorfeld per Telefon bereits angekündigt, hieß es.

Er habe in seinem kulturell geprägten Denken aus der Heimat einen Nebenbuhler beseitigen wollen, begründete der Richter das Urteil. Bei seiner Flucht vom Tatort sei er dann auf die Frau getroffen, mit der er mehrere Monate zusammengelebt hatte, und habe ihr ebenfalls das Messer in den Rücken gerammt. Hier konnte der Vorsatz jedoch nicht nachgewiesen werden. Schuldmildernd wurde gewertet, dass der Verurteilte sich nach der Flucht der Polizei gestellt hatte.

Achtmonatige Liaison mit späterem Opfer

Während des Prozesses wurde bekannt, dass der mutmaßliche Täter eine Scheinehe eingehen wollte und die Trennung nicht verkraftet hatte. Der Beschuldigte war knapp acht Monate mit der 38 Jahre alten Frau liiert gewesen. Als er die Frau mit dem anderen Mann sah, habe er sich vergessen, sagte er vor Gericht aus.

Mehrfach handgreiflich geworden

Er sei schon vorher des öfteren handgreiflich geworden sein, erklärte das Opfer. So soll er die Frau zum Beispiel mit einer Flasche am Kopf verletzt haben. Der Beschuldigte, der im Kreis Teltow-Fläming bei Berlin wohnt, war nach der Tat geflüchtet und dann bei Bekannten in Neubrandenburg gefasst worden. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Notoperationen retteten Leben der Opfer

Die beiden Opfer überlebten dank Notoperationen. Beide Messerattacken seien nur durch Zufall nicht tödlich gewesen, erklärte ein Gerichtsmediziner vor Gericht.

Weitere Informationen

Versuchter Doppelmord: Fast zehn Jahre Haft gefordert

Im Prozess um zwei blutige Messerattacken in Neubrandenburg hat die Staatsanwaltschaft eine fast zehnjährige Haftstrafe gefordert. Die beiden Opfer überlebten den Angriff nur durch Zufall. (09.10.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.10.2018 | 10:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:36
Nordmagazin

Wie geht es weiter mit dem Wolf?

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:34
Nordmagazin

Rüstungsexporte komplett gestoppt

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:40
Nordmagazin

Wismar: Jede Nacht kommen die Wildschweine

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin