Stand: 18.04.2019 17:13 Uhr

Unimedizin Rostock zahlt mehr Geld für Logistik-Beschäftigte

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Rund 300 Beschäftigte einer Tochterfirma der landeseigenen Universitätsmedizin Rostock (UMR) werden künftig deutlich besser bezahlt. (Archivbild)

Rund 300 Beschäftigte einer Tochterfirma der landeseigenen Universitätsmedizin Rostock (UMR) werden künftig deutlich besser bezahlt. Die Mitarbeiter der UMR-Logistik-GmbH erhalten rückwirkend zum 1. Januar den gleichen Lohn wie Landesbeschäftigte. Das ist das Ergebnis von Tarifverhandlungen.

Fast 400 Euro mehr für Reinigungskräfte

Der Abschluss jetzt gilt als außergewöhnlich, denn noch vor zwei Jahren wurden die Beschäftigten laut Gewerkschaftsangaben auf Mindestlohn-Niveau bezahlt, zuletzt galt ein Haustarifvertrag. Jetzt werden die Service-Kräfte nach dem deutlich besseren Tarifvertrag der Länder entlohnt. Das bedeutet beispielsweise auch höhere Einstiegsgehälter. Bei einer Reinigungskraft sind das statt 1.740 jetzt 2.100 Euro - fast 400 Euro mehr.

Ver.di: Großer Erfolg

Beschäftigungszeiten werden anerkannt. Das heißt: Langjährige Mitarbeiter werden in höhere Gehaltsstufen eingruppiert. Außerdem verdoppelt sich die Jahressonderzahlung, das Weihnachtsgeld. Ver.di-Sekretär Johannes Brückner spricht als Verhandlungsführer von einem großen Erfolg, die Beschäftigten hätten zusammengestanden. Die Leitung der Unimedizin bestätigte den Abschluss auf ihrer Facebook-Seite. Die Tarifkommission müsse noch zustimmen, heißt es dort. Das gilt allerdings als Formsache.

Beschwerden über schlechte Arbeitsbedingungen

Die Logistik-GmbH übernimmt an der UMR Fahr-, Reinigungs- und Wachdienste. In der Vergangenheit gab es mehrfach Beschwerden über Arbeitsbedingungen. Zuletzt hatten Mitarbeiter am Rande des SPD-Landesparteitags in Rostock-Warnemünde demonstriert. Einzelne Sozialdemokraten zeigten sich solidarisch. Möglicherweise hat die UMR-Logistik GmbH auch von der Regierungsankündigung profitiert, dass in Landesunternehmen bessere Löhne bezahlt werden müssten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte wiederholt erklärt, Mecklenburg-Vorpommern müsse aus dem Lohnkeller heraus und dabei auch Landesunternehmen in den Blick genommen. Nach Gewerkschaftsangaben gibt es weitere Tochterunternehmen der UMR, in denen Gehälter bezahlt würden, die unter denen des Tarifvertrags der Länder liegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.04.2019 | 18:30 Uhr

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