Stand: 18.08.2019 12:13 Uhr

Störche mit GPS-Sendern - Wo steckt "Gudow"?

von Franziska Drewes, NDR 1 Radio MV

Die Störche tragen 2.000 Euro teure GPS-Sender auf dem Rücken.

Sie heißen "Gudow", "Lübs", "Sky" oder auch "Pretener": Insgesamt sieben Störche aus Mecklenburg-Vorpommern tragen derzeit einen GPS-Sender auf dem Rücken. Die 50 Gramm schweren solargespeisten Sender sind wahre Wunderwerke der Technik mit Computer, Mobiltelefon, GPS-Logger und verschiedensten Sensoren. Anhand der Signale kann nachverfolgt werden, wo sich jeder einzelne Storch im Augenblick aufhält. So lässt sich feststellen, welche Flächen der Storch in seinem Brutgebiet zum Nahrungserwerb nutzt - aber auch, welche Bedingungen und Gefährdungen die Störche auf ihrem Weg in den Süden zu meistern haben. Bilder oder Videos lassen sich allerdings nicht übertragen. Deshalb reist Helmut Eggers den Störchen jetzt mit dem Auto hinterher. Der ehrenamtliche Storchenbetreuer begleitet das Projekt in der Region Ludwigslust.

Müllhalde als Winterquartier

Viele Störche fliegen gar nicht mehr bis nach Afrika. Sie bleiben in Spanien, weil sie dort Nahrung finden, zum Beispiel auf Mülldeponien. Eggers kennt die Lieblingsplätze: "Ich kenne eine am Stadtrand von Madrid. Meine Kinder sagen schon: Vater macht wieder Urlaub auf der Mülldeponie. Dort überwintern 6.000 Störche." Ähnliches scheint sich auf der Ostroute der Tiere anzubahnen. Das ist jetzt auch das Hauptaugenmerk der Tour von Eggers. Er reist mit den Tieren über Polen, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien bis in die Türkei. Er möchte erfahren, ob die Tiere dort auch Mülldeponien als Winterquartier wählen.

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Gefahrenquelle Deponie

In der Nacht, wenn die Störche ruhen, kommt Eggers ihnen so nah wie möglich. Er sieht dann ganz genau, wie sicher ihr Rastplatz ist, ob sie dort beispielsweise ausreichend Wasser zum Trinken oder Nahrung haben. Auch viele tödliche Gefahren wie elektrische Leitungen oder Klärteiche, in die die Tiere hineinrutschen könnten, lauern auf ihrer langen Reise.

Zum Schutz der Störche

Der engagierte Vogelschützer wird begleitet von Steffen Hollerbach. Er arbeitet bei "Störche für unsere Kinder", einem Projekt der "Stork Foundation". Eggers freut sich auf die gemeinsame Mission. Er erhofft sich, mehr Daten zum Schutz der Störche zu gewinnen und diese vor Gefahren zu schützen. In Tansania beispielsweise werden Störche gegessen, im Libanon aus Spaß am Jagen abgeschossen. Eggers möchte die Menschen weltweit sensibilisieren.

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Im Rahmen eines Naturschutz-Projekts sind mehrere Störche in der Sude-Niederung mit Sendern ausgestattet worden. (Archivbild)

Mittlerweile wurde in Tansania gemeinsam mit dem Naturschutzbund NABU ein Schutzprojekt für Störche ins Leben gerufen. Den Bewohnern wird in Workshops erklärt, welchen Stellenwert der Storch in Deutschland hat. Wie lange Eggers und Hollerbach den Störchen hinterherreisen, ist noch offen.

Die Reise der Störche online verfolgen

Die Reise der Vögel kann online verfolgt werden. Alle GPS-Daten der Störche können mit Klick auf den jeweiligen Link auf der Karte verfolgt werden. Während etwa der Storch "Lübs" noch immer zwischen Lübtheen und den Wiesen an der Elbe umherstreift, sind andere bereits zu ihrer beschwerlichen Reise aufgebrochen. Sückau2 hatte am Sonntag bereits Rumänien erreicht, Besitzer2 war sogar bereits jenseits des Bosporus in der Türkei unterwegs. Hier sind die Daten zu den übrigen GPS-Störchen: Gudow, Pretener, Niendorfer, Sky.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.08.2019 | 13:00 Uhr

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