Stand: 06.11.2019 05:41 Uhr

Test in Penkun: Wenn die Drohne den "Defi" bringt

Penkun: Jörg Brinkmeyer, Drohnenpilot der Firma GLOBE UAV GmbH, befestigt an einem Hexakopter (Drohne) einen Defibrillator. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Die Unimedizin Greifswald erprobt Drohnen zum Transport von Defibrillatoren.

Die Universitätsmedizin Greifswald geht bei der medizinischen Versorgung von Patienten in ländlichen Gebieten neue Wege. Am Dienstag begannen in Penkun nahe der polnischen Grenze Erprobungsflüge mit einer Drohne. Dem Projektteam um den Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Klaus Hahnenkamp, geht es vor allem darum, Defibrillatoren schnell zu Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand zu bringen.

Schneller beim Patienten als Rettunsgwagen?

Die Überlebenschance von Patienten könne sich verdoppeln bis verdreifachen, wenn Ersthelfer unverzüglich mit einer Herzdruckmassage beginnen und das Herz mit einem elektrischen Schock wieder in Gang bringen, hieß es. Weil Rettungswagen insbesondere in dünn besiedelten Gebieten bei der Fahrt zum Patienten oft viel Zeit benötigten, könne der Drohnentransport eine gute Alternative sein. Ziel sei es nun, ein System zu entwickeln, nach dem Drohnen so stationiert werden, dass sie die Lücken in der Erstversorgung auf dem Lande schließen.

Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Ein Projekt, so wie es jetzt in Vorpommern anläuft, ist Hahnenkamp weder aus Deutschland noch anderen Ländern bekannt.
Gleiche Überlebenschancen in Stadt und Land

"Wir wollen, dass wir auf dem Lande genauso gute Überlebenschancen haben wie in der Stadt", so Hahnenkamp. Die Drohnen sollen im Notfall von der Rettungsleitstelle an den nächsten geschulten Ersthelfer geschickt werden. "Aus Erfahrung wissen wir, dass Ersthelfer etwa fünf Minuten früher als der Rettungswagen da sind", sagt Hahnenkamp. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald seien bisher 312 sogenannte Landretter geschult worden.

Bundesministerium fördert Projekt

Die Testflüge in der Kleinstadt Penkun und demnächst in Greifswald sollen zeigen, ob Drohnen künftig medizinische Geräte transportieren können und wie das organisiert werden müsste. Die auf ein halbes Jahr angelegte Machbarkeitsstudie wird vom Bundesgesundheitsministerium mit gut 400.000 Euro unterstützt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.11.2019 | 17:30 Uhr

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