Stand: 25.11.2019 15:59 Uhr

Tarifeinigung: Mehr Geld für Beschäftigte im Gastgewerbe

Zwei Frauen beim Bettenmachen in einem Hotel © dpa  /picture alliance Foto: Gero Breloer
Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe bekommen ab dem 1. Dezember mehr Geld. (Archivbild)

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Die mehreren Zehntausend Beschäftigten im Nordosten bekommen ab dem 1. Dezember eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. Danach gibt es jeweils zum 1. Dezember der folgenden vier Jahre weitere Erhöhungen um fünf Prozent. Darauf einigten sich beide Tarifparteien am Montag in Güstrow (Landkreis Rostock).

Mehr Geld für Azubis im dritten Lehrjahr

Der Tarifvertrag gelte bis März 2024, hieß es. Damit steigen die Löhne um bis zu 28 Prozent, wie die Dehoga mitteilte. Ein Koch oder Kellner verdient künftig bis zu 2,80 Euro mehr pro Stunde - bisher sind es 9,47 Euro, was nur knapp über dem Mindestlohn liegt. Das Gehalt der Auszubildenden im dritten Lehrjahr wird ebenfalls angehoben, in zwei Stufen von jetzt 900 auf dann 1.000 Euro.

"Hart erkämpfter Kompromiss"

"Der Abschluss ist ein hart erkämpfter Kompromiss", sagte Dehoga-MV-Präsident Lars Schwarz. Die jährlichen prozentualen Steigerungen lägen im Durchschnitt oberhalb der beim statistischen Landesamt ausgewiesenen Umsatzsteigerungen im Gastgewerbe der letzten fünf Jahre, so Schwarz weiter. "Wir haben deutliche Steigerungen verhandeln können - ein tolles Signal an die Belegschaften unserer Unternehmen und an den Berufsnachwuchs. Dass wir insbesondere bei der Ausbildungsvergütung zulegen, war mir wichtig", erklärte Sandra Kallisch-Puchelt, die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite.

Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

Hintergrund für die deutliche Anhebung dürfte sein, dass jedes Jahr viele Lehrstellen im Gastgewerbe frei bleiben. Die Vereinbarung zur Ausbildungsvergütung soll für allgemeinverbindlich erklärt werden. Das heißt, dass sie auch in Unternehmen gezahlt werden muss, die nicht im Arbeitgeberverband sind.

NGG will weiter für Urlaubsgeld und Zuschläge kämpfen

Der NGG-Geschäftsführer von Mecklenburg-Vorpommern, Jörg Dahms, zeigte sich zwar mit dem Entgelt einverstanden, jedoch gingen die Gewerkschaftsforderungen weiter: Urlaubs-, Weihnachtsgeld sowie Wochenend- und Feiertagszuschläge werden zusätzlich von der Gewerkschaft eingefordert. Das alles gebe es bisher nicht, so Dahms. Die Entgelterhöhungen seien aber kräftig und machten die Branche für Arbeitnehmer wieder attraktiver, sagte er. Beide Seiten hätten den Rahmen des für sie Möglichen "bis zur Kante" ausgereizt. Nach Gewerkschaftsangaben profitieren 36.000 Beschäftigte von der heutigen Tarifeinigung, nach Arbeitgeberangaben sind es 55.000.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.11.2019 | 16:00 Uhr

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