Simone Oldenburg (Die Linke): "Ich will noch mehr bewegen!"

Stand: 13.09.2021 18:46 Uhr

Seit zehn Jahren ist sie im Landtag und genauso lange in der Opposition. Simone Oldenburg, die Fraktionschefin der Partei Die Linke, sagt, dass sie in ihrem politischen Leben gern noch mehr bewegen möchte.

Erstmals geht Oldenburg als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl. Dafür ist sie viel unterwegs, eilt von einem Wahlkampfauftritt zum nächsten. Mittags eine Rede in Sassnitz, abends eilt sie schon wieder durch Schwerin zum Sofa-Talk auf dem Marktplatz mit dem Ex-Partei-Vorsitzenden Gregor Gysi. Ein Foto mit Bürgern hier, ein Small Talk mit Parteifreunden da. In diesen Tagen sei sie einfach nur in der Spur. "Man muss nur aufpassen, dass man immer wieder nach Hause kommt und immer mal wieder eine Maschine Wäsche anschmeißt," scherzt Oldenburg.

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Geboren in Wismar, Lehramtsstudium in Leipzig

Geboren und aufgewachsen ist die 52-Jährige in Wismar. Nach dem Lehramtsstudium in Leipzig kehrte sie hierher zurück. Seit 2004 ist Oldenburg in der Kommunalpolitik und aktuell stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Gägelow. Sie hat einen Sohn und ihr Ehemann ist auch Lehrer. In dem Beruf gearbeitet hat Oldenburg zuletzt an der Regionalen Schule in Klütz, deren Leitung sie später übernahm. "Für mich ist das immer noch ein Traumberuf", sagt Oldenburg. "Aber Politikerin für die Bildung ist für mich auch ein Traumberuf, um es weiter zu entwickeln, weil ich natürlich die Grenzen des Schulsystems erkenne und weiß, wo da die Säge klemmt."

Bildung als "Sparschwein des Landes"

Motivieren müsse sie niemand für die politische Arbeit. Ihr Antrieb und das "Messerscharfe" komme ganz von allein, so Oldenburg, die in ihrer Rolle als Oppositionspolitikerin kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um das Thema Bildung geht. "Weil ich die Ignoranz der Regierenden nicht verstehe." Das Bildungswesen sei lange das "Sparschwein des Landes" gewesen, kritisiert sie. Hier habe man immer rausgezogen - ob Unterrichtsstunden oder verlängerte Arbeitszeiten, größere Klassen. Alles sei auf Kosten der Kinder, der Jugendlichen und der Lehrkräfte erfolgt. So etwas gehe eine Weile gut, denn man merke nicht sofort bei der Bildung, dass etwas fehle. "Das kommt immer erst mit drei, vier, fünf Jahren Zeitverzug." Die Bildung sei kaputt gespart worden, sagt Simone Oldenburg. Ihr Wunsch sei es, eintausend neue Lehrkräfte einzustellen, kostenloses Mittagessen für alle Schüler und mehr Unterricht an Schulen.

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Oldenburg kann austeilen und einstecken

Austeilen kann Oldenburg. "Das ist alles mein Naturell. Und ich glaube, solange man natürlich ist, ist der Grad der Emotionalität egal. Hauptsache, man ist natürlich." Und einstecken kann sie auch. Seit zehn Jahren ist sie im Landtag, seit fünf Jahren Fraktionsvorsitzende in der Opposition. "Die Anträge, die ich in den vergangenen zehn Jahren mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Bildungsbereich gestellt habe, sind alle abgelehnt worden. Aber natürlich ist es das, dass man beim Regieren stört, dass man beständig sagt, wie es anders sein kann. Dadurch, dass wir auch die Regierung treiben, kann man doch sehr viel erreichen. Aber es sind sehr sehr dicke Bretter, die wir hier bohren."

Umfrage sieht Linke bei zehn Prozent

Nach der neuesten Umfrage käme Simone Oldeburgs Linke auf zehn Prozent. Ihre Beliebtheitswerte haben zugelegt. Das Ziel ist klar: "Wir möchten das Land verändern und das können wir in der Opposition. Das können wir aber auch in der Regierung." Einen freien Tag gönnt sie sich in der Woche. Geht Walken oder ist zu Hause - um zu entspannen. "Ich putze. Das ganze Haus. Und ich koche Marmelade, aber ohne, dass ich welche esse. Also ich esse keine Marmelade, koche aber, um zu verschenken und um zu produzieren. Um Ergebnisse zu haben," sagt Oldenburg. So wie am 26. September, wenn gewählt wird. 20 Prozent der Wahlberechtigten im Land sind Umfragen zufolge noch unschlüssig. Für Simone Oldenburg ein Grund mehr, weiter um Stimmen zu kämpfen.

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Die Nachrichten | 13.09.2021 | 19:30 Uhr

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