Seenplatte: Landkreis verschärft Corona-Maßnahmen

Stand: 17.10.2020 09:09 Uhr

Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte ist die Zahl der Corona-Infektionen erneut gestiegen. Der erste Grenzwert ist erreicht. Deshalb gelten seit Sonnabend an verschärfte Schutzmaßnahmen.

Mit der Allgemeinverfügung soll das Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko vor allem dort minimiert werden, wo sich Menschen treffen, sagte Landrat Heiko Kärger (CDU) am Freitag in Neubrandenburg. So sollen die Menschen in Einkaufszentren und bei Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen wie Märkten generell wieder einen Schutz für Mund und Nase tragen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist der erste Kreis in Mecklenburg-Vorpommern, der seine Corona-Schutzmaßnahmen verschärft.

Maskenpflicht auf Märkten und in Einkaufszentren

Der Wochenwert der Erkrankungen pro 100.000 Einwohner liegt aktuell (Stand 16. Oktober) bei 35,5. Es ist der höchste Wert im Nordosten. Private Feiern zu Hause mit mehr als 15 Personen sind vorerst nicht mehr gestattet, so der Landrat. In Gaststätten dürfen es demnach maximal 25 sein. Bisher lag diese Schwelle deutlich höher. Zwischen Mitternacht und 6:00 Uhr am Morgen müssen sämtliche Restaurants und Kneipen an der Seenplatte geschlossen bleiben. Bei Veranstaltungen sind in geschlossenen Räumen maximal 200 Teilnehmer und im Freien höchstens 500 Teilnehmer erlaubt. Außerdem lässt der Landrat prüfen, ob in Schulen ab Klasse fünf im Unterricht eine Maskenpflicht eingeführt werden soll.

Zahl der Neuinfektionen fast verdoppelt

In der vergangenen Woche gab es an der Seenplatte 90 Neuerkrankungen. Davon mussten elf Patienten stationär aufgenommen werden. Diese Neuinfektionen stammten vorrangig von Besuchen in anderen Bundesländern, auch bei Familienangehörigen oder von größeren Familienfeiern. Das größte Problem sei, dass das Gesundheitsamt bis zu 25 Prozent der Fälle nicht mehr nachvollziehen könne, erklärte Kärger. Somit könnten Infizierte Andere anstecken, ohne dass der Ansteckende von seiner Erkrankung weiß.

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Die Seenplatte gehört mit rund 260.000 Einwohnern auf 5.500 Quadratkilometern zu den am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland, ist aber bei Touristen sehr gefragt. Viele Bewohner haben zudem enge Beziehungen ins knapp 100 Kilometer entfernte Berlin. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es im Landkreis mehr als 310 Infektionen. Zuletzt waren täglich 16 bis 21 neue Fälle bekannt geworden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.10.2020 | 20:00 Uhr

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