Stand: 28.04.2020 13:44 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schweinepest-Risiko: Pürzelprämie neu aufgelegt

Jagdhelfer tragen ein totes Wildschwein. © picture alliance Foto: Sebastian Willnow
Die sogenannte Pürzelprämie wurde Anfang 2018 eingeführt. Im ersten Jahr wurde mehr als eine Million Euro ausgezahlt.

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Land zu erschweren, fördert das Landwirtschaftsministerium für ein weiteres Jahr den Abschuss von Wildschweinen. Eine entsprechende Vorschrift tritt am Mittwoch in Kraft.

Seit Dezember 2017 fördert das Land die Jagd auf Wildschweine mit der sogenannten Pürzelprämie, um den Schwarzwild-Bestand zu reduzieren. 2 Millionen Euro sind bislang an die Jäger geflossen. Am 30. April 2020 ist die Verwaltungsvorschrift abgelaufen, nun soll sie rückwirkend zum 1. April für ein weiteres Jahr verlängert werden.

Zuwachs an Schwarzwild konnte gebremst werden

Die Prämie hat laut Ministerium zu deutlich höheren Abschüssen geführt. So wurden im ersten Jahr nach der Einführung 41 Prozent mehr Wildschweine erlegt und im gerade beendeten Jagdjahr 20 Prozent mehr. Ob der Schwarzwildbestand reduziert werden konnte, ist aber nicht klar. Zumindest konnte der Zuwachs gebremst werden. Wildschweine vermehren sich aufgrund von gutem Futterangebot und milden Wintern stark, um das Zwei- bis Dreifache.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Variante dieses Artikels hatten wir fälschlicherweise behauptet, dass die Verwaltungsvorschrift mit dem Jagdjahr zum 31. März 2020 außer Kraft trete. Richtig ist, dass die Vorschrift am 30. April 2020 außer Kraft tritt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 28.04.2020 | 14:00 Uhr

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