Stand: 14.07.2020 05:19 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Rassismus-Studie: Caffier warnt vor Vereinfachungen

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Eine Polizeirazzia bei mutmaßlichen Drogendelikten gehört laut Lorenz Caffier (CDU) zur normalen Polizeiarbeit. (Symbolbild)

In der Debatte über eine Studie zu Rassismus bei der Polizei hat Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor Vereinfachungen gewarnt. Eine solche Untersuchung brauche eine klare Fragestellung, nicht jede Form der Polizeiarbeit dürfe gleich unter Rassismus-Verdacht fallen, sagte der CDU-Politiker gegenüber NDR 1 Radio MV. Er wolle sich einer Diskussion über die Studie nicht verschließen, sagte Caffier. Es müsse nur klar sein, was untersucht werden solle.

Caffier setzt auf Schulung und Weiterbildung

Viele würde es sich in der Debatte zu einfach machen und oberflächlich argumentieren. Eine Polizeirazzia bei mutmaßlichen Drogendelikten in einem Park sei noch längst nicht rassistisch, auch wenn dort beispielsweise Ausländer kontrolliert würden, das sei normale Polizeiarbeit. Ein Problem sei es aber, wenn Polizisten aus rassistischen Motiven willkürlich Autos anhalten und dabei sogar noch dumme Sprüche machen. Er setze bei dem Thema in erster Linie auf Schulung und Weiterbildung, sagte Caffier.

Seehofer lehnt Studie zu Racial Profiling ab

Sein Kollege aus Niedersachsen, Boris Pistorius (SPD), sprach sich für die Studie aus. Eine solche Untersuchung sei nichts, wovor man Angst haben müsse. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat eine Studie zum sogenannten Racial Profiling abgelehnt. Von Racial Profiling spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.07.2020 | 07:30 Uhr

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