Stand: 18.09.2018 16:54 Uhr

Schwerin: Deal im Prozess um Cannabis-Anbau?

Die Angeklagten sollen durch ihre Drogenverkäufe rund 100.000 Euro umgesetzt haben.

Vor dem Landgericht Schwerin müssen sich 14 Männer und eine Frau aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Alter von 30 bis 70 Jahren verantworten. Ihnen wird bandenmäßiger Handel mit Cannabis sowie der Anbau davon vorgeworfen. Bereits 2010 hätten die beiden Hauptangeklagten geplant, Cannabis in großem Stil anzubauen und in der Region weiterzuverkaufen, so die Anklage.

Es könnte einen "Deal" geben

Die Anklageschrift umfasst mehr als 80 Seiten, die Verlesung nahm über anderthalb Stunden in Anspruch. Am Dienstagnachmittag wurde der Prozess unterbrochen. Richter, Staatsanwälte und Verteidiger berieten über einen "Deal". Gestehen die Angeklagten, könnte das Strafmaß milder ausfallen.

Gerichtssaal zu klein?

Ein Verteidiger kritisierte zu Beginn des Prozesses, dass der Gerichtssaal zu klein für das umfangreiche Verfahren sei, an dem etwa 60 Personen beteiligt sind. Denn jeder Angeklagte wird von zwei Rechtsanwälten betreut. Damit soll sichergestellt werden, dass an jedem Prozesstag mindestens einer der beiden Anwälte anwesend ist. Anderenfalls müsste der Verhandlungstag komplett verschoben werden. Der Vorsitzende Richter erklärte, dass der Prozess möglicherweise in einem anderen Gebäude in Schwerin fortgesetzt werden könnte.

Helfer mieteten Häuser und Hallen

Im Lauf der Zeit sollen die beiden 43 und 44 Jahre alten Hauptangeklagten die weiteren Beschuldigten dazu benutzt haben, um Grundstücke, Häuser und Hallen für den Anbau zu kaufen oder zu mieten. Die Anlagen standen unter anderem in Bandenitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und auf der Insel Poel.

Zweijährige Ermittlungen

Mitte 2013 kam die Kriminalpolizei der Bande auf die Schliche. Nach zweijährigen Ermittlungen konnte sie die Bande verhaften. Die Polizei schätzt die Vorgehensweise der Bande als hoch professionell ein. Der Gewinn aus dem Verkauf im Bereich Grevesmühlen und Wismar soll über 100.000 Euro betragen haben.

Für den bandenmäßigen Handel drohen den Angeklagten mindestens fünf Jahre Haft. Für den Prozess sind zunächst 17 Verhandlungstage bis Ende Januar 2019 angesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.09.2018 | 06:00 Uhr

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