Stand: 28.05.2020 16:06 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Prozess: Tochter wirft Vater sexuellen Missbrauch vor

Dem Angeklagten wird schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen.


Vor dem Landgericht Stralsund hat der Prozess gegen einen 42-jährigen Mann begonnen, dem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird. Der Greifswalder soll sich zwischen 2014 und 2017 neun Mal an seiner anfangs zehn Jahre alten Tochter vergangen haben. Außerdem soll er 2018 ein damals siebenjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft viermal missbraucht haben. Der Angeklagte wollte sich zu Beginn des Prozesses nicht zu den Vorwürfen äußern. Im Vorfeld hatte er sie bestritten.

Prozess: Tochter beschuldigt Vater des Missbrauchs

Nordmagazin -

Vorm Landgericht Stralsund hat das Verfahren gegen einen 42-jährigen Mann begonnen, dem schwerer Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Angezeigt hatte ihn seine 16-jährige Tochter.

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Angeklagter zeigte Tochter Missbrauch-Videos

Als erste Zeugin sagte die mittlerweile 16-jährige Tochter des Angeklagten vor Gericht aus. Sie hatte Ende vergangenen Jahres gegen ihren Vater Anzeige erstattet. Sie sagte, sie habe sich lange Zeit geschämt und mit sich gerungen, ob sie diesen Schritt gehen soll. Letztlich habe ihr Gewissen gesiegt. Laut ihrer Aussage hat ihr Vater ihr Videos gezeigt, in denen er das andere Opfer missbrauchte. Als sie zusätzlich erfuhr, dass er erneut Vater wird, entschloss sie sich zur Anzeige, um weitere Kinder vor ihm zu schützen, wie sie sagte. Während der Aussage des Mädchens musste der 42-jährige den Gerichtssaal verlassen, denn sie wollte unter keinen Umständen vor ihrem Vater aussagen. Dann aber wirkte sie sehr gefasst und schilderte detailliert, was zwischen 2014 und 2017 vorgefallen sein soll. Das zweite mutmaßlich missbrauchte Kind soll Anfang Juni vor Gericht - wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit - vernommen werden.

 Zusätzlich Ermittlungen wegen Drogenhandels

Zu Beginn der Ermittlungen im Dezember vergangenen Jahres wurde bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes das Spezialeinsatzkommando der Landespolizei eingesetzt, weil er nach Angaben der Polizei zur sogenannten Reichsbürgerszene gehörte. Während der Durchsuchung entdeckten die Ermittler im Schlafzimmer eine Hanfplantage mit etwa 70 Cannabis-Pflanzen, die zusammen mit 2.000 Euro Bargeld beschlagnahmt wurden. Darum wird gegen den Angeklagten zusätzlich wegen illegalen Drogenhandels ermittelt. Im Missbrauchs-Prozess spielen die Drogen-Vorwürfe noch keine Rolle. Mit einem Urteil wird Mitte Juni gerechnet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.05.2020 | 17:00 Uhr

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