Proteste gegen Russland-, Energie- und Corona-Politik

Stand: 27.09.2022 06:22 Uhr

An etwa 20 Orten in Mecklenburg-Vorpommern haben am Montagabend insgesamt mehr als 11.000 Menschen gegen die Politik der Landes- und der Bundesregierung protestiert.

Rund 4.500 Frauen und Männer sind nach Angaben der Polizei in Schwerin gegen die Folgen der Energiekrise und die hohe Inflation auf die Straße gegangen. Wie schon in der Vorwoche richteten sich die Wortmeldungen und Plakate bei der landesweit größten Versammlung vor allem gegen die Politik der Bundesregierung, mit der diese versucht, die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Energiekrise zu bewältigen. Teilnehmer forderten unter anderem eine Rücknahme der Sanktionen gegen Russland und eine Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Zudem wurden die Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert.

Gefühl der eingeschränkten Freiheit

In Neubrandenburg zogen rund 670 Menschen durch die Stadt. Es wurde ein Energiepreisdeckel gefordert und Demonstranten hielten Schilder hoch, auf denen ebenfalls die Forderung nach einem generellen Ende von Waffenlieferungen stand. In Neustrelitz trafen sich in der Innenstadt knapp 500 Demonstranten. Auch sie brachten ihren Unmut über die Corona-Regeln und die Energiekrise zum Ausdruck. Einige sagten NDR 1 Radio MV, sie fühlten sich in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt.

Proteste ohne Zwischenfälle

Weitere Demonstrationen gab es in Wismar mit laut Polizeiangaben rund 1.300 Teilnehmern. In Parchim waren es demnach 1.200, in Waren etwa 800, in Ludwigslust 750, in Güstrow 600, in Teterow 130 und in Bützow knapp 30. In Rostock kamen zu mehreren Veranstaltungen insgesamt 1.000 Menschen. Besondere Vorkommnisse gab es laut Polizei nicht.

Weitere Informationen
In Lubmin fordern Demonstranten die Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2. © Lars Kohstall Foto: Lars Kohstall

Lubmin: Demonstranten fordern Öffnung von Nord Stream 2

In Lubmin bei Greifswald haben rund 3.500 Demonstranten gegen die Energiepolitik der Bundesregierung protestiert. mehr

Demonstranten ziehen bei einer Protestaktion gegen die Energiepolitik des Bundes und gegen die Sanktionen gegen Russland vor dem Schweriner Schloss durch die Innenstadt. © dpa Foto: Jens Büttner

Mehr als 10.500 Menschen bei Demos gegen Regierungspolitik

Die Proteste richteten sich vor allem gegen steigende Lebensmittel- und Energiepreise. Die Polizei ermittelt wegen Mordaufrufen gegen Politiker. mehr

Polizisten © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein

Mordaufruf auf Demo in Rostock? Staatsschutz ermittelt

Auf der Demonstration am Montagabend in Rostock soll es einen Mordaufruf gegen Politiker gegeben haben. Videomaterial des Kurznachrichtendienstes Twitter wurde gesichert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 27.09.2022 | 05:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Große Sendemasten mit vielen Antennen und Schüsseln vor blauem Hintergrund © dpa-Bildfunk Foto: Fabian Sommer/dpa

"Cell Broadcast": Neue Handy-Warnung beim bundesweiten Warntag

Am 8. Dezember probt der Bund anlässlich des bundesweiten Warntages den Ernstfall. Neu ist diesmal das sogenannte Cell Broadcasting - Warnnachrichten auf dem Handy. mehr

NDR MV Highlights

Blick auf den Rostocker Weihnachtsmarkt mit Riesenrad und Pyramide © imago images Foto: Bildwerk

Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern 2022

Ob in der Landeshauptstadt Schwerin, in der Scheune oder auf einem Schloss: Das Angebot zwischen Ostsee und Seenplatte ist vielfältig. mehr

Screenshot aus einem ARD-Trailer zu DAB+ © ARD

DAB+. Mehr Radio.

Rauschfreier Hörgenuss, mehr Programme und Zusatzinformationen auf dem Bildschirm: Alle Vorteile des Digitalradios DAB+ finden Sie hier im Überblick. mehr

Ein kleiner Weihnachtsmann aus Wachs steht inmitten eines selbst gebastelten Waldes. © NDR Foto: Anja Deuble

Originelle Adventskalender selber machen und befüllen

Gläser, Päckchen, Klorollen: Ideen für schöne und originelle Adventskalender, die man schnell und einfach basteln kann. mehr