Die "Akademik Tscherski" wird aus dem Hafen Wimsar geschleppt. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest

Nord Stream 2: Verlegeschiff verlässt Hafen Wismar

Stand: 04.03.2021 15:42 Uhr

Nachdem es fünf Wochen lang umgerüstet wurde, hat das russische Rohrverlegeschiff "Akademik Tscherski" den Hafen Wismar wieder verlassen. Demnächst soll es Rohre für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 verlegen.

Zunächst fährt das Schiff in Richtung Kaliningrad, um Tests durchzuführen, teilte die Projektgesellschaft mit. Die "Akademik Tscherski" war 2020 aus Fernost in die Ostsee verlegt worden, nachdem Spezialschiffe einer Schweizer Firma Ende 2019 vom Bau der Pipeline abgezogen worden waren. Grund für den Rückzug waren Sanktionsdrohungen der USA.

140 Kilometer bis zur Fertigstellung

Auch der russische Rohrverleger "Fortuna" lag längere Zeit in Wismar. Sie arbeitet bereits in dänischen Gewässern an der Pipeline. Nach Angaben der Projektgesellschaft fehlen an dem Doppelstrang noch rund 110 Leitungskilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern. Der Doppelstrang soll bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich von Russland nach Deutschland befördern. Die USA wollen die Fertigstellung verhindern und verhängten im Januar zum ersten Mal Sanktionen gegen ein am Bau beteiligtes Unternehmen. Betroffen ist das russische Unternehmen KVT-RUS, das die "Fortuna" betreibt. Experten rechnen damit, dass die "Akademik Tscherski" ebenfalls sanktioniert wird. 

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