Spezialschiff verlegt die Pipeline Nord Stream 2 in der Ostsee. © NDR

Nord Stream 2: Bau der Pipeline soll weitergehen

Stand: 28.11.2020 16:33 Uhr

Beim Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 sollen Anfang Dezember die Arbeiten auf der Ostsee wieder aufgenommen werden. Welches Schiff mit der Weiterverlegung der Rohre beauftragt wird, steht noch nicht fest.

Die Arbeiten am internationalen Gaspipeline-Projekt Nordstream 2 sollen Anfang Dezember weitergeführt werden. Das bestätigte ein Sprecher von Nord Stream 2 am Sonnabend. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee in Stralsund für Schiffsführer ab dem kommenden Sonnabend Bauarbeiten südlich des Gebietes Adlergrund angekündigt und um besondere Vorsicht gebeten. Dort liegen die beiden Rohr-Enden, die von der Anlandestation Lubmin in Richtung Ostsee führen. Diese werden jetzt nach Angaben von Nord Stream 2 wieder vom Meeresboden geholt und um 2,6 km pro Strang weitergeführt. Erfahrungsgemäß bewältigen die in Frage kommenden Verlegeschiffe eine solche Strecke innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Das russische Verlegeschiff "Akademik Tscherski" liegt im Hafen von Sassnitz-Mukran. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

AUDIO: Folge 07 - Sassnitz und Nordstream 2 - Was macht Weltpolitik mit der Region (46 Min)

Noch 75 Kilometer bis zum Lückenschluss

Insgesamt fehlen momentan noch rund 75 Kilometer, um das Projekt abzuschließen - gut 16 Kilometer innerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone, die restlichen 60 Kilometer auf dänischem Gebiet. Die 2,6 Kilometer, die nun voraussichtlich ab dem 5. Dezember weitergebaut werden sollen, waren laut Unternehmenssprecher bereits geplant. Nordstream habe die Planung "an die Projektsituation angepasst", mehr könne er derzeit nicht sagen, hieß es.

Videos
Ein Luftbild der Pipeline die in die Ostsee führt.
5 Min

Konkurrenz zu Nord Stream 2: Das Projekt Baltic Pipe

Der Bau der Ostsee-Pipeline von Dänemark nach Polen schreitet voran, im Oktober 2022 soll sie einsatzbereit sein. 5 Min

Welches Verlegeschiff bekommt die Lizenz?

Auch welches Schiff die Arbeiten weiterführt, ist noch nicht klar. Vorgesehen war die "Akademik Cherskiy", die für die Arbeiten extra ausgerüstet wurde. Ob das Schiff eine von Dänemark geforderte Zertifizierung für die Arbeiten hat, ist jedoch noch offen. Der norwegische Zertifizierer hat aber am Donnerstag teilweise einen Rückzug aus dem Projekt angekündigt. Allerdings bezog sich dieser nur auf Schiffe, nicht aber auf die Pipeline selbst. Die "Akademik Cherskiy" hat laut einem Onlineportal für Schiffspositionen ebenfalls am Donnerstagabend den Hafen Mukran in Richtung Kaliningrad verlassen.

Gemeinnützige Stiftung soll vor US-Sanktionen schützen

Am Freitag wurde bekannt, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinnützige Stiftung für das Projekt Nord Stream 2 gründen möchte, unter deren Schutz die Pipeline trotz der US-amerikanischen Sanktionsdrohungen weitergebaut werden kann. Die Amerikaner hatten allen beteiligten Unternehmen Strafmaßnahmen angekündigt, seit vergangenem Dezember waren deswegen alle Arbeiten auf der Ostsee gestoppt worden. Insider sprechen mit Blick auf die Stiftung von einem "geschickten rechtlichen Kniff". Stiftungschef soll Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) werden.

Weitere Informationen
Auf einer Plattform am Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" vor der Südostspitze Rügens arbeiten Fachleute an der Verbindung zwei bereits im Vorjahr verlegter Leitungsstücke der Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream 2 © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Land will Stiftung für Nord-Stream-Pipeline gründen

Mecklenburg-Vorpommern hofft, dadurch am Bau beteiligte Firmen vor US-Sanktionen schützen zu können. mehr

Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2. (Luftaufnahme mit einer Drohne/Copter) © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Nordstream in Sassnitz: Was macht Weltpolitik mit der Region?

Seit die USA dem Nordstream-2-Projekt den Kampf angesagt haben, steht auch Sassnitz auf Rügen unter Androhung von Sanktionen. mehr

Mit einem Spezialkran werden im Hafen von Sassnitz-Mukran Rohre der Erdgastraße Nord Stream auf einem Lagerplatz transportiert. (Archiv 06.12.2016) © dpa-Zentralbild Foto: Jenns Büttner/dpa

Pipeline-Projekte: Wie sich nationale Interessen kreuzen

Röhren für Baltic Pipe, das polnische Konkurrenz-Projekt zu Nord Stream 2, sollen von Mukran aus angeliefert werden. mehr

Auf einer Plattform am Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" vor der Südostspitze Rügens arbeiten Fachleute an der Verbindung zwei bereits im Vorjahr verlegter Leitungsstücke der Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream 2 © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Sassnitz: Erleichterung nach US-Wahlergebnis

Wegen des Streits um die Pipeline Nord Stream 2 hatten viele Sassnitzer auf ein Ende der Trump-Präsidentschaft gehofft. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.11.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ludwigslust: Ein Mitarbeiter schließt im Impfzentrum den Eine Mitarbeiterin begleitet eine Frau im Impfzentrum zu einer Kabine, in der sie gegen das Coronavirus geimpft werden soll. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Impfstoff-Engpass in MV: "Wir könnten viel mehr impfen"

Die Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff bremsen auch in MV die Impfkampagne aus. Rufe nach einem Impfgipfel werden lauter. mehr

Blick auf die "AIDAperla" am Bubendey-Ufer in Hamburg. © NDR.de Foto: Ralf Meinders

AIDA: Hacker-Angriff nach IT-Problemen im Dezember bestätigt

Laut Rostocker Staatsanwaltschaft gibt es ein Bekennerschreiben. Die Ermittlungen wegen Computersabotage dauern an. mehr

Das Vitanas-Pflegezentrum in Ueckermünde.

Corona in den Pflegeheimen: Immer mehr Infektionen

Die Lage in den Pflegeheimen bleibt angespannt. Das zuständige Landesamt meldete am Mittwoch seit Oktober mehr als 180 Todesfälle. mehr

Ein Auto hängt an einem blauen Gurt knapp über der Wasseroberfläche der Peene in Anklam. © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann

Tödlicher Unfall in Anklam: Auto war zu schnell unterwegs

Ein Junge und ein 43-Jähriger starben, als ihr Wagen Mitte Januar von der glatten Straße abkam und in der Peene versank. mehr