Der Impfstoff AstraZeneca wird in eine Spritze gezogen.

AstraZeneca: Uniklinik setzt Impfung für Risikogruppen aus

Stand: 26.03.2021 10:42 Uhr

Nachdem eine 49 Jahre alte Frau 12 Tage nach einer Corona-Impfung gestorben war, will die Unimedizin Rostock bestimmte Personengruppen vorerst nicht mehr mit AstraZeneca impfen.

Das sagte ein Sprecher NDR 1 Radio MV. Ausgesetzt werden sollen nun Impfungen bei Menschen mit Bluthochdruck oder Übergewicht - auch bei Frauen, die die Pille nehmen. Bereits etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und Patienten der Unimedizin seien bisher mit dem Impfstoff geimpft werden, AstraZenca sei ein gut wirkender Impfstoff, so der Sprecher. Zur Zeit steht die Unimedizin Rostock in Kontakt mit dem Paul-Ehrlich-Institut, offizielle Informationen stehen hier noch aus. Offen ist bislang auch noch, wann die Zweitimpfungen durchgeführt werden sollen.

Zusammenhang zwischen Impfstoff und Tod noch unklar

Woran genau die 49-jährige Frau gestorben ist, soll die Obduktion am Freitag klären. Die Frau ist nach Angaben der Unimedizin am Mittwochabend in der Klinik für Neurologie gestorben. Es handle sich um eine Mitarbeiterin der Uniklinik. Es gebe Hinweise auf einen "impfindizierten Zwischenfall im Nachgang einer Covid-19-Erstimpfung mit dem Impfstoff AstraZeneca", hieß es in einer Erklärung der Uniklinik. "Der Zusammenhang ist noch nicht abschließend geklärt", teilte der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Christian Schmidt am Donnerstag mit. Der Vorfall sei den zuständigen Behörden sowie dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet worden. Es sei der erste Todesfall an der Unimedizin Rostock, der möglicherweise mit einer Corona-Schutzimpfung im Zusammenhang steht.

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Frau hatte mehrere Risikofaktoren

Auf Anfrage von NDR 1 Radio MV erklärte Schmidt weiter, dass die Frau von ihrem Ehemann zu Hause bewusstlos aufgefunden worden und dann mit dem Notarzt ins Klinikum gebracht worden sei. Sie war demnach vor elf Tagen geimpft worden und hatte danach leichte Beschwerden, die sich nach einem Besuch bei ihrem Hausarzt aber wieder gebessert hätten. Schmidt wies darauf hin, dass die Frau mit Risikofaktoren gelebt habe. Ob sich der Verdacht eines Zusammenhangs mit der Impfung erhärte, müssten nun weitere Untersuchungen klären. Am Freitag soll eine Obduktion vorgenommen werden. Mit Ergebnissen sei aber erst in einigen Tagen zu rechnen, so Schmidt. Die Wissenschaft müsse schnell klären, ob Menschen mit Risikofaktoren mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft werden dürfen, sagte der Mediziner.

AstraZeneca-Impfstoff erst kürzlich von EMA als sicher eingestuft

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca vor rund einer Woche nach einer Überprüfung als sicher eingestuft. Der Nutzen überwiege die Risiken, hieß es. In Deutschland waren daraufhin die Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin nach einem vorübergehenden Impfstopp wieder aufgenommen worden. Auslöser waren Berichte über eine Verbindung zu Hirnvenenthrombosen bei Geimpften. Insgesamt sind in Deutschland bislang ein gutes Dutzend Fälle solcher Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung bekannt. Dem stehen mehr als 1,6 Millionen bisherige Impfungen gegenüber. Der Impfstoff ist bisher in mehr als 50 Ländern zugelassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.03.2021 | 14:00 Uhr

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