Stand: 16.08.2019 15:08 Uhr

Musiker-Demo gegen Zustände in Erstaufnahme

Die Demonstranten kritisierten die Erstaufnahme als "Prototyp eines Seehoferschen Ankerzentrums".

In Schwerin hat das bundesweite Netzwerk "Lebenslaute" mit einem Konzert gegen die seiner Meinung nach menschenunwürdigen Verhältnisse in der Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf-Horst demonstriert. Vor der Schweriner Staatskanzlei spielten am Freitagmorgen 90 Musiker unter anderem Verdis Gefangenenchor.

Demonstranten fordern Auflösung der Einrichtung

Die Teilnehmer fordern, die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge bei Boizenburg aufzulösen. Die medizinische Versorgung dort sei unzureichend, hygienische Verhältnisse seien mangelhaft, Kinder könnten nicht zur Schule gehen. Die Situation komme der in einem Freiluftgefängnis gleich. Nostorf-Horst habe sich zum Prototyp eines Seehoferschen Ankerzentrums entwickelt. Rund 200 Menschen sind derzeit dort untergebracht.

Ministerium weist Vorwürfe nachdrücklich zurück

Mecklenburg-Vorpommerns Innenministerium widerspricht den Vorwürfen in einer Stellungnahme auf Anfrage von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin entschieden: Die Asylbewerber seien nicht eingesperrt, sondern könnten sich frei bewegen. Die medizinischen Behandlungen sei über die Boizenburger Klinik vertraglich abgesichert. Die Bewohner würden genauso versorgt, wie die einheimische Bevölkerung. Kinder würden in interkulturellen Lernwerkstätten zur Schule gehen. Der Zugang zu Beratung und die Erreichbarkeit von Rechtsanwälten sei jederzeit gegeben. Insgesamt entspreche die Versorgung der Geflüchteten der EU-Aufnahmerichtlinie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.08.2019 | 17:00 Uhr

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