Stand: 11.04.2017 17:58 Uhr

Mit der App gegen den Hautärztemangel

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Die Smartphone-App zur Hautdiagnose wird an der Uni Greifswald schon länger erprobt - und nun in der Fläche. (Archivbild)

Eine Smartphone-App soll gegen den Mangel an Hautärzten auf dem Land helfen. Sie wird in den nächsten drei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern getestet. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat das Projekt "Teledermatologie" am Dienstag in Schwerin vorgestellt.

Lange Wege und Wartezeiten vermeiden

Notfallambulanzen und Hausärzte können die Hautprobleme ihrer Patienten fotografieren und über die App an Dermatologen schicken. Diese geben dann Empfehlungen für die Behandlung. Rund 100 Hausärzte, 20 Dermatologen, 10 Notfallambulanzen und die Hautklinik des Universitätsklinikums Greifswald beteiligen sich an dem Projekt. Mit Hilfe der App sollen Patienten lange Wartezeiten und Wege erspart werden. Außerdem werden Ärzte vernetzt und können sich über die Befunde austauschen.

App bereits an der Uni Greifswald erprobt

Die Reaktionszeit der Experten soll in Notfällen wenige Minuten und im Normalfall ein bis zwei Tage betragen, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald, Michael Jünger. Das Uniklinikum nutzt die App schon seit einigen Jahren für die Nachsorge von Patienten.

Versorgungsgefälle zwischen Stadt und Land

Geführt wird das Telemedizin-Projekt von der Techniker Krankenkasse. Sie hat dafür Fördergeld aus dem Innovationsfonds des Bundes erhalten. Landesweit gibt es nach Angaben der Krankenkasse für die 1,6 Millionen Einwohner nur rund 60 niedergelassene Hautärzte - vor allem in den Städten wie Rostock, Greifswald und Schwerin. In ländlichen Gebieten des Landes, insbesondere im Osten und Süden, fehlen dagegen Dermatologen.

Vorbild für andere Fachrichtungen

Wenn die App ein Erfolg wird, soll sie dauerhaft in die Regelversorgung aufgenommen werden. Gesundheitsminister Glawe brachte auch andere medizinische Fachrichtungen für die App-Nutzung ins Gespräch, zum Beispiel die Augenheilkunde. "Damit wird also keine Insellösung geschaffen, sondern ein übertragbares Konzept", sagte er. Auch für andere dünn besiedelte Regionen könne es von großem Interesse sein

Weitere Informationen

Rückblick: Smartphone-App hilft bei Haut-Therapien

Die Hautklinik der Uniklinik Greifswald nutzt aktuelle Wege der Telemedizin. Eine App für Smartphones soll helfen, um bespielsweise Hautkrebspatienten besser zu versorgen. (09.08.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.04.2017 | 16:10 Uhr

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