Stand: 05.03.2020 18:26 Uhr

Mehr Ausfall an Berufsschulen

Mehrere Schülerinnen sitzen an einem Tisch und spielen Memory. © NDR Foto: Lina Bande
Insgesamt wurden gut 20 Prozent der Stunden an Berufsschulen im Land entweder gar nicht oder von fachfremden Lehrern gegeben.

An den Berufsschulen des Landes sind im vergangenen Schuljahr mehr Unterrichtsstunden ausgefallen sowie vertreten worden, als im Jahr zuvor. Das geht aus der Statistik des Bildungsministeriums hervor. Insgesamt fielen an den beruflichen Schulen knapp sieben Prozent aller Unterrichtsstunden aus. Fast vierzehn Prozent des Unterrichtes wurde nicht vom eigentlichen Fachlehrer erteilt.

Auch mehr Ausfall an allgemeinbildenden Schulen

Auch an den allgemeinbildenden Schulen fielen etwas mehr Stunden aus als im Schuljahr 2017/18. Knapp drei Prozent des Unterrichts fand dort nicht statt. Die Zahl der Vertretungsstunden blieb in etwa konstant: fast 12 Prozent des Unterrichts wurde von Vertretungslehrern gegeben. Deutlich mehr Stunden mussten an Regional- und an Förderschulen vertreten werden.

Schulpaket: Ministerin will mehr Lehrkräfte gewinnen

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) kündigte ein offensives Vorgehen gegen Unterrichtsausfall an. Jede Unterrichtsstunde, die ausfalle, sei eine Stunde zuviel, so Martin. Die Haushaltsmittel des sogenannten Schulpaketes wolle sie deshalb einsetzen, um mehr Lehrkräfte zu gewinnen und an den Hochschulen auszubilden. Außerdem soll die Arbeitssituation der Lehrer an den Schulen verbessert werden.

Linke fordert schnelle Maßnahmen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Linksfraktion im Landtag fordern schnelle Maßnahmen für eine bessere Unterrichtsversorgung an den Schulen. Linksfraktionschefin Simone Oldenburg warf Bildungsministerin Martin vor, den Ernst der Lage zu verkennen. In der Summe seien im vergangenen Schuljahr 255.000 Unterrichtsstunden ausgefallen - 10.000 mehr als im Schuljahr zuvor. Das sei verheerend, so Oldenburg.

GEW: Alarmierende Zahlen

Die GEW nannte die Zahlen alarmierend. Sie zeigten, wie angespannt die Situation an den Schulen sei. Die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm forderten erneut, jeder Schule mehr als 100 Prozent der benötigten Lehrerstunden zuzuweisen, um Vertretungsfälle abzusichern. Die Linksfraktion setzt dafür auf ein Vertretungsbudget an Lehrerstunden. Dafür müsste das Land die Pflichtstunden der Lehrkräfte senken.

Weitere Informationen
Leerer Klassenraum © Fotolia.com Foto: Uolir

Mehr Lehrer krank - Linke fordert weniger Unterricht

Die Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern werden älter und sind häufiger krank. Das Bildungsministerium will gegensteuern. Die Linke fordert weniger Unterricht für alle Lehrer. mehr

Eine Lehrerin unterrichtet eine Schulklasse. © picturedesk Foto: Rainer Unkel

Referendariat für Lehrer-Seiteneinsteiger: Viel Zustimmung

Gewerkschaft und Opposition begrüßen die Pläne des Landes, die Qualifizierung von Lehrer-Seiteneinsteigern neu zu organisieren. Bildungsministerin Martin hatte neue Regelungen für 2020 angekündigt. mehr

Eine Englisch-Lehrerin einer Grundschule beschriftet eine Tafel. © dpa-Bildfunk Foto: Patrick Pleul

Land will ältere Lehrer entlasten

Damit ältere Lehrer nicht vorzeitig in Rente gehen, will Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin die Zahl der Pflichtstunden für diese Pädagogen weiter reduzieren. mehr

Leeres Klassenzimmer © dpa- report Foto: Peter Endig

Ministerium zieht immer mehr Lehrer aus den Schulen ab

In Mecklenburg-Vorpommern werden trotz des Lehrermangels immer mehr Lehrkräfte aus den Schulen abgezogen. Das Bildungsministerium weist ihnen Aufgaben außerhalb des Unterrichts zu. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.03.2020 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin: Ein Radfahrer ist zwischen den Staatlichen Museum (r) und dem Mecklenburgischen Staatstheater (l) unterwegs. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Corona-Regeln: Das müssen Sie wissen

Alles, was Sie rund um die ab dem 2. November geltenden Corona-Einschränkungen wissen müssen. mehr

Ministerpräsidentin Schwesig bei ihrer Regierungserklärung zu den Corona-Beschrämkungen am 29. Oktober 2010. © NDR

Schwesig wirbt um Verständnis für harte Corona-Regeln

Die Ministerpräsidentin bezeichnete die neuen Maßnahmen als notwendig. Sonst drohe ein "nationaler Gesundheitsnotstand". Video-Livestream

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona in MV: 148 neue Infektionen, 2.486 insgesamt

Die meisten Neuinfektionen gibt es in Vorpommern-Greifswald. Dort steigt die Inzidenz auf den kritischen Wert von 52,8. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Vorpommern-Greifswald erstes Corona-Risikogebiet in MV

Der Sieben-Tages-Inzidenzwert stieg auf 52,8. Damit können weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten. mehr