Martin verteidigt Selbsttests an Schulen nach Kritik

Stand: 17.03.2021 19:25 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat die Selbsttests von Schülern in weiterführenden Schulen gegen breite Kritik von Lehrern und Eltern im NDR Nordmagazin verteidigt. Sie warb um Geduld. Notfalls könne in zwei Wochen nachgesteuert werden. Einer Wiederholung des Schuljahres erteilte Martin eine Absage.

Der Auftakt der Selbsttests am Mittwoch war nicht reibungslos verlaufen. Lehrerverbände und Landeselternrat hatten eine teils chaotische Informationslage an den Schulen, Mängel in der Vorbereitung und eine daraus resultierende Unsicherheit auf Seiten der Lehrer beklagt. Bei den Selbsttests können sich die Schüler freiwillig mit einem Wattestäbchen in beiden Nasenlöchern selbst abstreichen und müssen dann 15 Minuten auf ihrem Platz auf das Ergebnis warten. Bei einem positiven Ergebnis muss das Kind von den Eltern abgeholt werden und wird bis dahin von den Mitschülern isoliert. Ein PCR-Test soll dann endgültige Klärung bringen.

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Martin gegen Selbsttests zu Hause

Kritiker hatten auch Bedenken wegen einer möglichen Stigmatisierung positiv selbstgetester Schüler geäußert und Selbst-Testungen zu Hause bei den Eltern ins Gespräch gebracht. "Das ist eine Möglichkeit, die wir diskutiert haben", sagte Martin dem NDR Nordmagazin. Doch nach Gesprächen mit dem österreichischen Bildungsministerium habe man sich entschieden, dass die Selbsttests in den Schulen stattfinden sollen - und nicht zu Hause. In Österreich sei dieses Verfahren seit mehr als fünf Wochen in der Anwendung. "Die haben gute Erfahrungen gemacht. Das läuft gut", sagte Martin. Zudem hätten ihr auch in Mecklenburg-Vorpommern viele Lehrkräfte hätten gesagt, dass die Anwendung gut funktioniere.

Eltern sollen mit Kindern über die Tests sprechen

"Lassen Sie es uns erst mal versuchen. Lassen Sie uns Erfahrungen sammeln", appellierte sie. Es müsse zunächst darum gehen, dass wieder mehr Kinder und Jugendliche in der Schule seien. Man könne in zwei Wochen noch einmal sehen, ob nachgesteuert werden muss, so die Ministerin. Um eine Ausgrenzung zu verhindern, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Test reden. "Ich hoffe, dass die Eltern das unterstützen." Zudem sei durch die Testungen in der Schule und die Beaufsichtigung durch die Lehrer gewährleistet, dass die Kinder sich tatsächlich testeten.

Martin: Schuljahr wird nicht wiederholt - Lernlücken aufholen

Das Schuljahr will Martin nicht wiederholen lassen. "Es ist zu früh zu sagen, wir geben das Schuljahr einfach dran." Durch die Schulschließungen seien zwar große Lernlücken entstanden, "aber es wurde auch viel unterrichtet", so Martin. Insbesondere die Abschlussklassen seien fast durchgängig im Unterricht gewesen. "Wir müssen sehen, wie wir diese Lernlücken kurzfristig und mittelfristig aufholen. Das wird bis ins nächste Schuljahr gehen." Zudem sei es wichtig, dass jeder Schüler, der das Schuljahr wiederholen möchte, dies auch tun kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 18.03.2021 | 06:00 Uhr

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