Stand: 07.10.2019 19:51 Uhr  - NDR 1 Radio MV

MV gibt Flächen für Futtergewinnung frei

Kühe stehen in einer Reihe hinter einem Gitter und fressen Heu. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Agrarminister Backhaus geht davon aus, dass der Futtermittel-Ertrag im Nordosten wegen der Trockenheit unterdurchschnittlich ausfällt. (Archivbild)

Das Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat weitere Ackerflächen freigegeben, damit Landwirte ausreichend Tierfutter gewinnen können. Dabei geht es um sogenannte ökologische Vorrangflächen.

Vorrangflächen dürfen für Futtergewinnung genutzt werden

Die Europäische Union schreibt vor, dass landwirtschaftliche Betriebe fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Diese Flächen dürfen normalerweise nicht für die Futtergewinnung genutzt werden. Ende September räumte die Bundesregierung den Ländern das Recht ein, Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. Dies sei nun geschehen, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Eine solche Ausnahmeregelung war schon nach dem trockenen Sommer 2018 erteilt worden.

Rund 79.000 Hektar zusätzlich

Laut Backhaus soll mit der Freigabe vor allem jenen Betrieben geholfen werden, die Tiere halten. Deren Situation sei auch in diesem Jahr schwierig. In den vergangenen zwei Jahren habe es kaum geregnet. Der Futterschnitt-Ertrag falle deswegen unterdurchschnittlich aus, so Backhaus. Durch die Ausnahmeregelung stehen landesweit rund 79.000 Hektar zusätzlich bereit, um Futter zu gewinnen. Die Nutzung der Flächen muss nicht gesondert beantragt, aber dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt gemeldet werden.

BUND: Keine schweren ökologischen Schäden

Der Agrar-Experte der Umweltschutzorganisation BUND in Mecklenburg-Vorpommern, Burkhard Roloff, sieht nur geringe ökologische Schäden durch die Flächenfreigabe. "Es ist gut, wenn die Flächen jetzt in der Notsituation genutzt werden." Der AfD-Abgeordnete Sandro Hersel (AfD) findet die Freigabe ebenfalls sinnvoll: "Es ist nicht nachvollziehbar, wieso aus rein politischen Gründen vorhandene Flächen brach liegen", sagte er. Auch die Landesvorsitzende der Grünen, Claudia Schulz, befürwortete die Freigabe, betonte aber: "Die Notmaßnahme ist ein Achtungszeichen dafür, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.10.2019 | 18:00 Uhr

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