In der Schiffbauhalle der MVWerften am Standort Stralsund arbeiten Mitarbeiter an der Luxus-Expeditionsyacht "Crystal Endeavor". © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

MV-Werften: Landesregierung stimmt Bundeshilfen zu

Stand: 02.10.2020 14:36 Uhr

Die angeschlagenen MV-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund können mit einer Überbrückungshilfe des Bundes rechnen. Das Landeskabinett stimmte einer vorzeitigen Teilauszahlung von 190 Millionen Euro zu.

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat einer vorzeitigen Teilauszahlung von 190 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes an die MV-Werften zugestimmt. Eine entsprechende Beschlussvorlage zu den Verhandlungsergebnissen für die Werftenrettung sei im Kabinett beschlossen worden, gab das Wirtschaftsministerium am Freitag in Schwerin bekannt. In dem etwa halbstündigen Gespräch habe Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) seine Kabinettskollegen über den Verlauf der jüngsten Gespräche zwischen Bund, Werfteigner Genting und Land informiert.

Geld soll Werften bis Jahresende über Wasser halten

Am Montag beschäftigt sich der Finanzausschuss des Landtages mit dem Thema. Ob bis dahin die endgültige Entscheidung der zuständigen Bundesministerien vorliegt, blieb zunächst offen. Die 190 Millionen Euro sollen das Überleben der Werften bis zum Jahresende sichern. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV will der Bund diese Zwischenfinanzierung auszahlen. Glawe hatte sich bereits am Mittwoch zuversichtlich gezeigt. Aber die Gremien, die in den Bundesministerien über die Werften-Hilfe aus dem Corona-Rettungsschirm entscheiden, müssen diese noch formal beschließen.

Gewerkschaft: Positives Signal für MV-Werften

Die IG Metall sprach unterdessen von einem positiven Signal für die 3.100 Beschäftigten der Werften. Klar sei aber auch, dass die 190 Millionen Euro des Bundes nur ein erster Schritt seien, um die Werften zu retten. Insgesamt hoffen die Werften mit ihrem Mutter-Konzern Genting Hongkong auf 570 Millionen Euro. Wann die Entscheidung dazu kommt, das ist offen. Zuletzt war noch unklar, welche Sicherheit Genting dem Bund für eine schnelle Hilfe geben kann. Dem Vernehmen nach ging es dabei um Grundstücke der Werftstandorte. Das Kerngeschäft des Mutter-Konzerns, Kreuzfahrten und Glückspiel, ist durch Corona massiv unter Druck geraten.

Fertigstellung der "Endeavor" vorrangig

Der Großteil des nun in Aussicht stehenden Überbrückungskredits des Bundes über 190 Millionen Euro soll für die Fertigstellung des in Stralsund gebauten eisgängigen Expeditions-Kreuzfahrtschiffes "Endeavor" eingesetzt werden. Genting hatte 2016 die Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für eigene Reedereien bauen zu lassen. Dann kam die Corona-Pandemie. An den Schiffbauprojekten will der Konzern festhalten. Der Großteil der Werftarbeiter in Wismar, Rostock und Stralsund ist seit Monaten in Kurzarbeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 02.10.2020 | 15:00 Uhr

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