Stand: 27.08.2020 15:11 Uhr

Landtag unterstützt Rettung der MV Werften

In der Schiffbauhalle der MVWerften am Standort Stralsund arbeiten Mitarbeiter an der Luxus-Expeditionsyacht "Crystal Endeavor". © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen schienen die MV-Werften in sicherem Fahrwasser. Das hat sich mit Beginn der Corona-Krise dramatisch geändert.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat sich erneut hinter die Rettungsbemühungen für die angeschlagenen MV Werften mit ihren 3.100 Arbeitsplätzen gestellt. SPD, CDU und Linke unterstützten auch die geplanten Freigabe einer weiteren Hilfssumme über 28 Millionen Euro. Das Geld soll das Überleben der drei Werften in Wismar, Rostock und Stralsund bis Ende September sichern.

VIDEO: Landtag weiterhin für Rettung der MV Werften (3 Min)

Vorübergehend stille Beteiligung des Staats möglich

Es müsse alles dafür getan werden, die Standorte zu erhalten, so der SPD-Abgeordnete Jochen Schulte. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, das Land setze weiter darauf, die Werften unter den Corona-Rettungsschirm des Bundes zu bringen. Die erforderlichen Gutachten zu den Perspektiven des Schiffbaus im Land lägen in Entwürfen vor. Darin sei als Option auch eine stille Beteiligung von Bund und Land bis 2026 aufgeführt. "Das heißt nicht 'VEB Glawe' oder 'VEB Werften'", sagte Glawe und machte damit deutlich, dass auch künftig die Hauptverantwortung beim asiatischen Mutterkonzern Genting mit Sitz in Hongkong liege. Eine staatliche Mehrheitsbeteiligung werde es nicht geben, betonte der Minister.

Weitere Informationen
Am Warnemünder Standort der MV Werften erfolgt die feierliche Kiellegung für das erste Kreuzfahrtschiff der Global Class. © dpa Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Genting will MV Werften offenbar ans Land verkaufen

Genting will vom Werft-Eigner zum Kunden werden. Der Mutter-Konzern der MV Werften strebt offenbar an, das Schiffbau-Unternehmen an die öffentliche Hand in Deutschland zu verkaufen. mehr

Eine Kanüle steckt in einem Fläschchen mit Impfstoff. © Colourbox Foto: Proxima Studio

Corona-News-Ticker: Mehr als ein Fünftel der Bremer geimpft

Damit liegt das Bundesland deutschlandweit vorn. 137.000 Menschen erhielten mindestens eine Impfdosis. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

Gespräche mit Bund und Konzernleitung

Die Politik sei aber bereit, dem Unternehmen dabei zu helfen, die Corona-bedingten Finanzengpässe zu überwinden. "Wir wollen die maritime Wirtschaft, den Maschinenbau, als das Herzstück des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhalten", betonte Glawe in der Landtagsdebatte, die von den Besucherrängen auch Vertreter der Werften verfolgten. Dazu werde es weitere Gespräche mit dem Bund geben, zu denen in Kürze auch die Spitzen des Genting-Konzerns in Deutschland erwartet würden. Die MV Werften benötigen Glawe zufolge rund 570 Millionen Euro, um die seit März weitgehend ruhende Produktion wieder aufnehmen und zunächst bis April 2021 fortführen zu können. Bereits an diesem Freitag stehe im Finanzausschuss des Landtags eine Entscheidung darüber an, ob auch die letzte Tranche aus den Sicherheitsreserven von insgesamt 175 Millionen Euro freigegeben werden solle.

AfD sieht keine Zukunft für Werften

Der Linken-Abgeordnete Henning Foerster erklärte, bei allen Rettungsbemühungen müsse das Land trotzdem einen Plan B in der Hand haben, um einen möglicherweise nötigen Strukturwandel an der Küste hinzubekommen. Die AfD lehnte Rettungsbemühungen ab: Fraktionschef Nikolaus Kramer sagte, der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern habe in dieser Form keine Zukunft mehr. Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) sagte dazu, die AfD habe den Schiffbau im Land aufgegeben.

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 27.08.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Pressekonferenz in Schwerin. © NDR Foto: NDR

Schwesig will "harten Lockdown" für MV

Die Politik will gegensteuern. Im Gespräch sind auch landesweite Ausgangsbeschränkungen, die schärfer kontrolliert werden. mehr