Schüler einer Grundschulklasse sitzen im Halbkreis vor der Tafel. © dpa - Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Landkreis Rostock hebt Präsenzpflicht an Schulen auf

Stand: 26.02.2021 15:11 Uhr

Die Präsenzpflicht an Schulen im Landkreis Rostock wird wieder aufgehoben. Das teilte der Kreis am Freitagmittag mit. Der Grund: der steigende Inzidenzwert.

Eltern von Schulkindern im Landkreis Rostock können von Montag an selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht. Der Landkreis hob am Freitagmittag die Präsenzpflicht an den Schulen wieder auf. Als Grund wurde der zuletzt wieder steigende Sieben-Tage-Inzidenz angeführt. Schon am Mittwoch lag der Wert wieder über der kritischen Marke von 50, nämlich bei rund 65. Am Donnerstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) für den Landkreis dann 24 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf knapp 72. 

Landesverordnung Grundlage der Entscheidung

Rein rechnerisch sei es zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich, bis Montag eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 zu erreichen, sagte eine Sprecherin des Landkreises zu NDR 1 Radio MV. Damit sich die Schulen, Kindertagesstätten und vor allem die Eltern auf die neue Situation einstellen können, habe der Landkreis entschieden, bereits heute die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 wieder aufzuheben. Die Corona-Landesverordnung sieht diesen Schritt vor, wenn der Inzidenzwert fünf Tage in Folge über 50 liegt.

Viele Corona-Infektionen in Gnoien, Teterow, Güstrow, Bützow

Die Schulen bleiben für den Notfall aber weiterhin offen, stellen aber auf Distanzunterricht um. Kinder sollten möglichst zu Hause bleiben, hieß es aus dem Landkreis. Der Grund für die hohe Inzidenz sind mehr als 110 neue Corona-Fälle im Landkreis seit Anfang der Woche. Etwa die Hälfte der Neuinfektionen geht unter anderem auf die englische Corona-Variante zurück. Viele Neuinfektionen gab es im Raum Gnoien, in Teterow, Güstrow und Bützow. Betroffen sind eine Reihe von Kindertagesstätten und auch das Klinikum Güstrow.

Normaler Unterricht bis Klasse sechs nur noch in Vorpommern-Rügen und Rostock

Mit der Entscheidung des Kreises gibt es normalen Unterricht in der Schule für alle bis zur Klasse sechs vorerst nur noch im Kreis Vorpommern-Rügen und in der Hansestadt Rostock. Dort liegt die Zahl der Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter 50. Auch für die Abschlussklassen gilt dort Präsenzpflicht. Im Rest des Landes ist die Präsenzpflicht aufgehoben, die Kinder der Klassen eins bis sechs können aber in die Schule kommen. Wer nicht kommt, dem soll Distanzunterricht erteilt werden. Den Abschlussklassen wird zur Prüfungsvorbereitung Präsenzunterricht angeboten, es gibt aber keine Pflicht zur Teilnahme. Ab Klasse sieben gilt landesweit Distanzunterricht.

Klare Mehrheit der Grundschüler in MV in der Schule

Am Mittwoch waren knapp zwei Drittel aller Grundschüler des Landes in den Schulen (64,5 Prozent). In den Klassen fünf und sechs waren es 58,7 Prozent und in den Abschlussklassen 71,4 Prozent. Die Schulen sind derzeit unterschiedlich gefüllt: Während die Klassenstufen in den Regionen mit Präsenzpflicht bis zu 96,2 Prozent Schulbesuch verzeichneten, waren im Kreis Vorpommern-Greifswald mit dem stärksten Infektionsgeschehen nur 26,4 Prozent der Grundschüler und 14,9 Prozent der Fünft- und Sechstklässler in der Schule. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim (keine Präsenzpflicht) gingen 64,3 Prozent der Grundschüler und 56,3 Prozent der Fünft- und Sechstklässler in die Schule.

Weitere Informationen
Grafik Landkreis Inzidenz © NDR

Landkreis Rostock: Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder

In den vergangenen Tagen gab es dort wieder etliche Corona-Fälle - das könnte schon nach dem Wochenende Folgen haben. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.02.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Pressekonferenz in Schwerin. © NDR Foto: NDR

Schwesig will "harten Lockdown" für MV

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen steigt dramatisch. Die Politik will gegensteuern. Im Gespräch sind auch landesweite Ausgangsbeschränkungen. mehr