Stand: 15.06.2020 19:19 Uhr

Jedes 8. Lebensmittel in MV mangelhaft

Probe von Salat für die Rückstandsanalyse. © dpa Foto: Jens Büttner
Probe von Salat für die Rückstandsanalyse. (Archivbild)

Jedes achte Lebensmittel wurde vergangenes Jahr bei Tests in Mecklenburg-Vorpommern bemängelt. So der Verbraucherschutzbericht des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf). Zu den Mängeln gehören falsche Kennzeichnungen oder Verunreinigungen der Lebensmittel, beispielsweise durch sogenannte Listerien. Die Bakterien können eine Blutvergiftung auslösen. Vergangenes Jahr wurden sie in großen Mengen in Wurstwaren einer hessischen Firma gefunden.

Mit einer Probe 150 Antibiotika nachweisbar

In Mecklenburg-Vorpommern gab es auch Untersuchungen von Fleischprodukten. Bei mehr als 40 Prozent der Proben konnten Krankheitserreger nachgewiesen werden. Allerdings in eher geringen Mengen, die nicht krank machen, so der Direktor des Landesamtes Frerk Feldhusen. Mit einer neuen Methode kann jetzt besser nachgewiesen werden, ob kranke Tiere stark mit Antibiotika behandelt wurden, damit sie es zum Schlachthof schaffen. Dadurch können mit einer Probe rund 150 verschiedene Antibiotika nachgewiesen werden.

44 Verdachtsfälle einer Straftat

Rund 13.800 Betriebe wurden laut Bericht kontrolliert. Etwa bei jedem zweiten gab es Beanstandungen. Diese reichten von leichteren Mängeln, bei denen mündliche Anordnungen erteilt wurden, bis hin zum Verdacht einer Straftat, der an die Staatsanwaltschaft weitergegeben wird. Das war im vergangenen Jahr 44 Mal der Fall.

Erschwerte Bedingungen in der Corona-Pandemie

Agrarminister Till Backhaus (SPD) dankte den Mitarbeitern des Lallf für ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen während der Corona-Pandemie. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen auch in der Krise dafür, dass Kontroll- und Untersuchungstätigkeiten entlang der kompletten Lebensmittelkette routiniert und reibungslos funktionieren." Nach kurzen Rückgängen bei den Tests im April lägen die Untersuchungen im Mai schon wieder bei mehr als 90 Prozent.

Diskussion um chemische Pflanzenschutzmittel

Laut Bericht bleibt bei der Pflanzenschutzmittelanwendung das ungewollte Abdriften der Mittel auf andere Flächen das größte Problem. Der Bericht kritisiert vor dem Hintergrund der wenigen Verstöße im Bereich Pflanzenschutzmaßnahmen aber, dass "der chemische Pflanzenschutz in der Öffentlichkeit weiter diskreditiert wird". Das liege wegen des Beitrags, die er zur Ernährungssicherung leiste, nicht im Interesse der Gesellschaft, so Backhaus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.06.2020 | 18:00 Uhr

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