Stand: 24.01.2019 15:42 Uhr

Hohe Mieten, wenig Geld zum Leben

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Hohe Baukosten und steigende Bodenpreise sorgen dafür, dass sich viele Menschen die Miete eines Neubaus nicht mehr leisten können.

Millionen von Menschen in Deutschland können sich heutzutage die Miete in einem Neubau gar nicht mehr leisten. Das haben Recherchen des NDR Politmagazins Panorama ergeben. Am Beispiel einer 3-Zimmer-Wohnung haben sich die Autoren mit der Frage beschäftigt, wie viel Menschen jeden Monat für ihre Miete zahlen und wie hoch der Anteil der Miete am gesamten Einkommen ist.

Schwerin: 38 Prozent des Einkommens für die Miete

Den niedrigsten Anteil des Einkommens für die Miete im Drei-Zimmer-Neubau in Mecklenburg-Vorpommern zahlen die Menschen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. 15,3 Prozent sind es dort - da bleibt also durchaus noch Geld übrig zum Leben. Ganz anders ist es in Schwerin: dort zahlen die Menschen, die in einem Neubau leben, im Schnitt fast 38 Prozent ihres Einkommens nur für die Miete. In Rostock sind es noch fast 32 Prozent. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald 28,4 und in Vorpommern-Rügen 27 Prozent.

Miete frisst immer mehr vom Einkommen

Bei 27 Prozent liegt Experten zufolge die obere Grenze dessen, was die Miete kosten dürfte. Das bedeutet: Viele Menschen können sich eine Wohnung in einem Neubau gar nicht mehr leisten. Im Internet hat die Panorama-Redaktion eine Karte zusammengestellt, in der die Zahlen für ganz Deutschland verzeichnet sind, da ist dann auch der Vergleich mit anderen Städten ganz spannend. Auch die Methodik der Erhebung ist dort genau nachzulesen.

Hohe Baukosten, gestiegene Bodenpreise

Das Team von Panorama hat herausgefunden, dass es vor allem zwei Gründe für die Entwicklungen gibt: Zum Einen sind die Baukosten in den vergangenen Jahren enorm in die Höhe gegangen - das trifft vor allem auf größere Städte zu. Es gibt inzwischen auch mehr Auflagen - Brandschutz, Schallschutz, Dämmung - auch das macht das Bauen teurer. Und zum anderen sind die Bodenpreise gestiegen, das führt zu Kaltmieten ab zehn Euro pro Quadratmeter aufwärts. Ein weiterer Grund ist auch die Einkommenstruktur - die Löhne und Gehälter liegen in den ostdeutschen Bundesländern zum Teil noch immer deutlich unter denen in Westdeutschland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.01.2019 | 16:00 Uhr

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