Stand: 05.05.2017 08:30 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Hebammen kritisieren schlechte Arbeitsbedingungen

Eine Hebamme in OP Kleidung hält ein Neugeborenes auf dem Arm. © picture-alliance/ dpa Foto: Marcus Führer
Kritik zum Internationalen Hebammentag: Geburtshilfe lohnt sich nicht mehr. (Symbolbild)

Interessenverbände in Mecklenburg-Vorpommern machen zum Internationalen Hebammentag am Freitag auf die Situation der Hebammen im Land aufmerksam. Sie fordern unter anderem das Recht auf eine Einzelbetreuung durch eine Hebamme während der Geburt.

 

Geburtsstationen haben zu wenig Personal

"Hebammen arbeiten sich dumm und dämlich", sagt Hanna Ojus, die beim Bund freiberuflicher Hebammen für Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. Viele Geburtsstationen seien personell ausgedünnt, zu wenige Hebammen betreuten zu viele Gebärende. Von Eins-zu-eins-Betreuung sei man meilenweit entfernt.

Ausbildung wird angesichts der Arbeitsbedingungen abgebrochen

Viele junge Schwesternschülerinnen würden die Ausbildung nach kurzer Zeit abbrechen, weil sie auf Massenabfertigung keine Lust hätten. Durch Sparzwänge in den Kliniken gehe es nur noch um Quantität, nicht mehr um Qualität, so Ojus. Das sehe man auch daran, dass nur sieben Prozent aller Geburten ohne Intervention, wie Wehentropf oder Dammschnitt, abliefen.

Schlechte Bezahlung - teure Versicherung

Der Landeshebammenverband kritisiert die schlechte Vergütung der Hebammen, vor allem der Beleghebammen, und die immer weiter steigenden Haftpflichtprämien. Diesen Sommer überstiegen sie erstmals die 7.000-Euro-Marke. Und trotz eines Zuschusses vom Bund, den Hebammen seit 2014 beantragen können, werden wohl weitere Hebammen die Geburtshilfe an den Nagel hängen, weil sie sich für sie einfach nicht mehr lohnt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.05.2017 | 08:00 Uhr

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