Mitarbeiter eines Schlachthofs arbeiten an einem Fließband.  Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Grimmen: 58 Corona-Infektionen in Fleischverarbeitung

Stand: 30.10.2020 17:50 Uhr

In dem fleischverarbeitenden Betrieb "Blömer Fleisch" bei Grimmen sind 58 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Belegschaft und Kontaktpersonen sind in Quarantäne.

Der Betrieb steht still. Am Donnerstagabend erhielt Geschäftsführer Christian Blömer die Information, dass sich 58 Mitarbeiter angesteckt haben. Das ist ein Drittel der Belegschaft. Das Unternehmen hatte laut Blömer ein mit den Behörden abgestimmtes Hygienekonzept. Unter anderem sei während der Pandemie auf dem Werksgelände täglich die Temperatur von Mitarbeitern, Lieferanten und Gästen gemessen worden. Urlaubsrückkehrer wurden auf Corona getestet.

Quarantäne bereits seit Anfang der Woche

Den Angaben zufolge konnte ein Mitarbeiter als Quelle des Ausbruchs identifiziert werden. Der Mann war am vergangenen Wochenende getestet worden, weil er Symptome hatte. Der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD) hatte nach dem positiven Testergebnis am Montag für den Rest der Belegschaft Quarantäne angeordnet.

Keine Massenunterkünfte in der Region

Wie "Blömer Fleisch" berichtet, stammen viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus osteuropäischen Ländern. Massenunterkünfte gibt es laut Geschäftsführer Blömer in und um Grimmen allerdings nicht. Die Mitarbeiter sind demnach zum Teil schon seit Jahren bei dem fleischverarbeitenden Betrieb beschäftigt und leben mit ihren Familien in ganz normalen Wohnungen. Diejenigen, die ohne Familie in Deutschland sind, seien in Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft untergebracht.

Belegschaft und Kontaktpersonen in Quarantäne

Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und ihre Familien müssen wegen des Corona-Ausbruchs bei "Blömer Fleisch" jetzt für zwei Wochen in die Zwangspause. Ausnahmslos alle müssen in Quarantäne, die Kinder der Familien dürfen nicht mehr in die Schule oder in die Kita gehen. Fast 120 Kontaktpersonen wurden bereits ermittelt. Und es werden weiter Kontakte nachverfolgt.

Vorsichtsmaßnahmen im Umfeld von "Blömer Fleisch"

Unterdessen hat das DRK-Krankenhaus in Grimmen am Freitag zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern einen Besucherstopp verhängt. Angehörige dürfen nur unter vorheriger telefonischer Absprache ins Krankenhaus kommen - beispielsweise wenn Patienten besonders schwer erkrankt sind.

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.10.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Reinigungskraft wischt einen Boden. © picture alliance / dpa-Zentralbild/ dpa Foto: Jens Büttner

Reinigungserlass für Ministerien wirbelt Staub auf

Zum Ausgleich der Corona-Ausgaben soll bei der Gebäudereinigung der Ministerien gespart werden. mehr

Ein Paket mit der Aufschrift "Corona Hilfe" steht auf einer Einkaufsstraße. © picture alliance Foto: Sven Hoppe

Corona: Wie Betroffene an die November-Hilfe kommen

Der Steuerberaterverband MV hatte sich für pragmatische Lösungen eingesetzt, doch einige Unternehmen werden wohl leer ausgehen.  mehr

Freizeitbad "Wonnemar" in Wismar © Christoph Woest Foto: Christoph Woest

Verfahren eröffnet: Wonnemar bleibt in Eigenverwaltung

Wegen der Corona-Beschränkungen ist die Mutterfirma des Wonnemar in Wismar in wirtschaftlicher Schieflage. mehr

Ein Arzt impft eine Patientin gegen Grippe. © picture alliance Foto: Zacharie Scheurer

Corona: Landesweites Netz von Impfzentren bis Mitte Dezember

Das Kabinett hat am Dienstag ein Impfkonzept für MV verabschiedet. Erste Impfungen könnten ab 27. Dezember möglich sein. mehr