Stand: 14.07.2020 16:07 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Greenpeace: Lichtprojektion an Rügens Kreidefelsen

Greenpeace-Aktion vor den Kreidefelsen auf Rügen. © Axel Heimken/Greenpeace/dpa Foto: Axel Heimken/Greenpeace/dpa
Aktion an Rügens Kreidefelsen: Die Umweltschützer von Greenpeace fordern mehr Engagement für den Meeresschutz.

Mit einer spektakulären nächtlichen Aktion vor den Kreidefelsen auf Rügen hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf mehr Anstrengungen beim Schutz der Meere gepocht. Von Bord des Schiffes "Beluga II" projizierten Umweltschützer die Parole "Echter Schutz für unsere Meere" auf die Felsen, wie Greenpeace am Dienstag berichtete. Die Aktion ist Teil einer Tour auf der Ostsee, mit der die Umweltschützer auf den ihrer Ansicht nach miserablen Meeresschutz aufmerksam machen möchten.

Tauchgänge zu Riffen und Stellen mit Schleppnetz-Schäden

Die Tour der "Beluga II" hatte am Freitag in Sassnitz ihren Anfang genommen. Bei den verschiedenen Tauchgängen - unter anderem im geschützten Gebiet Adlergrund in der Pommerschen Bucht - konnte bereits die Schönheit der Meeresumgebung mit wertvollen Steinriffen und Miesmuschelbänken dokumentiert werden, sagte Greenpeace-Taucher Thilo Maack. Auf weiteren Tauchgängen soll nun die Zerstörung durch Grundschleppnetze belegt werden. Diese durchpflügten diese für die Artenvielfalt wichtigen Orte. "Um die Meere zu retten, brauchen wir echte Schutzgebiete", betonte Maack.

Kritik an Greenpeace-Bericht zum Zustand der Meere

In ihrem vor rund einer Woche veröffentlichen Bericht zum Zustand der Ökosysteme in Nord- und Ostsee hatte die Umweltschutzorganisation schwere Mängel moniert. "Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle", so Greenpeace-Meeresbiologe Maack. Die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee gingen weiter zurück und der Schweinswal sei stark gefährdet. Der Greenpeace-Bericht stieß aber auch auf Kritik. Der Direktor des staatlichen Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Christopher Zimmermann, sagte, es stimme nicht, dass der Fischereidruck unaufhörlich ansteige. Einige Aussagen des Berichtes seien verzerrt, weil die Organisation mit dramatischen Aussagen den Druck erhöhen wolle.

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NDR 1 Radio MV | 14.07.2020 | 16:30 Uhr

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