Stand: 09.10.2019 15:46 Uhr

"Gorch Fock" (I): Großsegler wird abgeriggt

Ein außergewöhnlicher Job in schwindelnder Höhe: In Stralsund wird derzeit das im Hafen liegende Museumsschiff "Gorch Fock" (I) abgeriggt. Dabei wird das sogenannte stehende Gut verstärkt - also jene gut 500 Meter Stahlseile, die unter anderem dafür sorgen, die Masten und Rahen zu halten und sichern. "Das Zeug ist natürlich in den 16 Jahren, die wir hier in Stralsund liegen, nicht besser geworden", sagte Wulf Marquard, der Vorsitzende des Gorch-Fock-Fördervereins, NDR 1 Radio MV. Insbesondere die salzige Luft zehre an den Seilen.

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"Gorch Fock" bekommt neue Stahlseile

Nordmagazin -

Die Masten der "Gorch Fock" sind mittlerweile 80 Jahre alt und müssen dringend stabilisiert werden. In 30 Meter Höhe. Für die Arbeiten ist ein Riggerteam aus Polen verantwortlich.

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Neue Seile werden eingezogen

Die Arbeiten werden von einer renommierten polnischen Spezialfirma aus Danzig durchgeführt, wie Marquard weiter erklärte. Ihr Angebot sei zudem das deutlich günstigste gewesen. "Die Rigger haben das so geplant, dass das alte Zeug da bleibt, wo es ist, und zusätzlich neue Seile eingezogen werden", so der Vereinschef. Die Seile seien mehr als 30 Millimeter dick. Laut Marquard war ein Kran nötig, um sie an Bord zu hieven.

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"Gorch Fock" in Stralsund wird abgeriggt

Das Museumsschiff "Gorch Fock" (I) im Stralsunder Hafen wird abgeriggt. Vier Spezialisten aus Polen sind angereist, um insgesamt rund 500 Meter Stahlseile zu verstärken Bildergalerie


"Die kriegen das schon hin"

Für die Arbeiten sind fünf bis sechs Tage anberaumt - sofern das Wetter mitspielt. Denn bei starkem Wind sei die Arbeit oben in den Masten mit 44 Metern Gesamthöhe zu gefährlich. "Schlechtes Wetter gibt es zwar nicht - nur falsche Kleidung", meint Marquard augenzwinkernd. Bei Starkwind sei es aber natürlich nicht angenehm, oben zu arbeiten, denn der Wind wehe oben viel stärker als unten. Marquard ist dennoch zuversichtlich, dass die Arbeiten reibungslos klappen. "Das sind erfahrene Leute. Die kriegen das schon hin."

Die bewegte Geschichte der "Gorch Fock" (I)

Bewegte Geschichte

Das Schiff, das seit 2003 als Touristenattraktion im Stralsunder Hafen liegt, muss dringend repariert werden. Das für die Reichsmarine gebaute Ausbildungsschiff ging nach Kriegsende als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Im Jahr 2003 erwarb der Verein das Schiff von der Ukraine und ließ es nach Stralsund bringen. Dort liegt es als Museumsschiff am Kai vor dem Stralsunder Ozeaneum und lockt jährlich rund 60.000 Besucher. Alle Versuche, den Dreimaster grundlegend zu sanieren, scheiterten bislang am Geld.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.10.2019 | 14:40 Uhr

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