Stand: 22.01.2019 19:00 Uhr

Getötete Leonie: Anteilnahme bei Trauerfeier

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Mehr als 300 Menschen nahmen in Torgelow an einer Trauerfeier zum Gedenken an Leonie teil.

Nach dem gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow vor anderthalb Wochen haben die Stadt Torgelow und die evangelische Kirchengemeinde am Dienstagabend zu einer Trauerstunde eingeladen. Mehr als 300 Menschen kamen.

Große Trauer in Torgelow

Der Tod des Mädchens hat in der Stadt große Betroffenheit ausgelöst. Den Torgelowern sollte deshalb Gelegenheit gegeben werden, ihre Gedanken und Empfindungen in Worte zu fassen, sagte Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos). In der voll besetzten Christuskirche sprachen Pfarrer Frank Sattler sowie die Bürgermeisterin. Nach der Trauerstunde hatten die Menschen auch die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

Lichtermeer vor dem Wohnhaus

Die Trauerstunde fand nur wenige Meter von der Wohnung der Familie des getöteten Mädchens statt. Viele Menschen haben vor dem Haus Blumen, Plüschtiere und Kerzen aufgestellt. Sie sollen Mahnung und Warnung für die Menschen sein und als Symbol für die Trauer und Sprachlosigkeiten stehen, sagte die Bürgermeisterin.

Stiefvater bestreitet Tat

Der beschuldigte Stiefvater hat nach seiner Festnahme nahe des vorpommerschen Ducherow sein Schweigen gebrochen und eine Schuld bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord durch Unterlassen vor. Er soll das Mädchen so schwer misshandelt haben, dass es später starb. Die Polizei hatte tagelang bundesweit mit Fotos nach dem Mann gefahndet.

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Fall Leonie: Tatverdächtiger gefasst

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Rund eine Woche nach dem Tod eines sechsjährigen Mädchens in Torgelow hat die Polizei den gesuchten Tatverdächtigen in Vorpommern gefasst. Innenminister Caffier erhebt unterdessen Vorwürfe. mehr

Ermittlungen auch gegen die Mutter

Sein dreijähriger Stiefsohn soll von dem Mann ebenfalls misshandelt worden sein. Was eine mögliche Beteiligung und die Schwere der Schuld der Lebensgefährtin und Mutter angeht, seien noch umfangreiche polizeiliche Ermittlungen nötig, so die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Dienstag. Gegenwärtig laufen Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der unterlassenen Hilfeleistung. Die Frau ist derzeit mit ihrem sechs Monate alten Säugling in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht.

Zu Tode misshandelt

Leonie war am vorvergangenen Sonnabend in der Wohnung der Familie zu Tode gekommen. Der Tatverdächtige hatte die Retter alarmiert und erklärt, dass das Kind von einer Treppe gestürzt sei. Rechtsmediziner widerlegten diese Angaben anhand des Verletzungsbildes des Mädchens. Bei einem Festnahmeversuch zwei Tage später war der Verdächtige aus dem Pasewalker Polizeirevier geflohen. Das Amtsgericht Pasewalk erließ daraufhin einen Haftbefehl.

Caffier kündigt intensive Aufarbeitung an

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat unterdessen eine intensive Aufarbeitung der Fehler in diesem Fall zugesagt. Caffier sagte im NDR, es sei noch stark untertrieben, dass vieles in dem Fall nicht optimal gelaufen sei. Das gelte sowohl für die Polizei, für die Gerichte und für das Jugendamt. Die Behörde hatte die Familie im Februar 2018 nach einem Hinweis überprüft, aber keine Anhaltspunkte für Misshandlungen gefunden. Damals hatten sich die leiblichen Eltern getrennt und die Mutter lebte mit dem neuen Lebensgefährten noch in Wolgast. Dem Innenministerium liege bereits ein Bericht über die Flucht des Mannes aus dem Polizeirevier vor, der zur Zeit ausgewertet werde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.01.2019 | 19:00 Uhr

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