Der Dom überragt die Häuser am Greifswalder Markplatz. © imago images / pemax

Gesenkte Mietpreis-Kappungsgrenze in Greifswald kann kommen

Stand: 07.10.2020 06:08 Uhr

Gute Nachrichten für Wohnungsmieter in Greifswald. Künftig soll die Kappungsgrenze bei Mietpreiserhöhungen gesenkt werden. Auf Dauer sind aber mehr Wohnungen nötig.

Wie schon Rostock will nun auch Greifswald das Steigen der Mieten bremsen. Dafür soll die sogenannte Kappungsgrenze für bestehende Mietverträge gesenkt werden. Das Landeskabinett hat dazu am Dienstag die entsprechende Änderung der Landesverordnung vorgelegt, wie das Infrastrukturministerium mitteilte.

Kappungsgrenze für fünf Jahre gesenkt

Normalerweise dürfen Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen die Miete erhöhen, allerdings innerhalb von drei Jahren nicht um mehr als 20 Prozent. Wo die Wohnungsknappheit besonders groß ist, kann diese Kappungsgrenze für maximal fünf Jahre auf 15 Prozent gesenkt werden. Das Landeskabinett muss die niedrigere Grenze für jedes Gebiet separat festlegen und hat nun den Weg dafür in Greifswald frei gemacht.

Minister Pegel: Kurzfristige Linderung

Die niedrigere Kappungsgrenze gilt seit Oktober 2018 aufgrund einer Landesverordnung bereits für Rostock. Die Bürgerschaft von Greifswald bat das Land ebenfalls um die Senkung der Kappungsgrenze. Bauminister Christian Pegel (SPD) sagte, Mietsteigerungen würden für immer mehr Menschen zum Problem. Die Senkung der Kappungsgrenze und die Mietpreisbremse seien hilfreich, um die Symptome eines engen Mietwohnungsmarktes kurzfristig zu lindern.

Wohnungsbau für nachhaltige Verbesserungen

"Für eine langfristige Verbesserung dieser Situation bedarf es allerdings der Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums, wofür die betroffenen Städte die Voraussetzungen schaffen müssen", sagte Pegel. Das Land helfe mit Fördermitteln für den Wohnungsbau. Seit 2017 hätten in Greifswald die städtische Wohnungsgesellschaft WVG, die Wohnungsgenossenschaft und zwei privaten Investoren 6,6 Millionen Euro für die Schaffung 145 neuer Wohnungen erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.10.2020 | 20:00 Uhr

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