Stand: 24.04.2019 17:28 Uhr

Feuerwehren: Löschhubschrauber in MV nicht nötig

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Für einen Löscheinsatz geeignete Transport-Hubschrauber hat derzeit nur die Bundeswehr. (Archivbild)

Angesichts der akuten Waldbrandgefahr in vielen Regionen Deutschlands fordert der Deutsche Feuerwehrverband bessere Ausrüstung. Der Präsident des Verbandes, Hartmut Ziebs, sagte im Morgenmagazin von ARD und ZDF, es fehlten in Deutschland derzeit etwa 10 bis 20 Löschhubschrauber. Deutschlandweit ist die Waldbrandgefahr vor allem in Ost- und Norddeutschland zurzeit sehr hoch. Die zuständigen Forstämter haben für Mecklenburg-Vorpommern nun für weitere Regionen die höchste Gefahrenstufe ausgesprochen.

Landesfeuerwehrverband: "Nicht unbedingt nötig"

Der Landesfeuerwehrverband hält die Anschaffung spezieller Löschhubschrauber nicht unbedingt für nötig. Es gebe zwei sogenannte Lastabwurfbehälter - große Tonnen, die mit Seilen unter einem Hubschrauber befestigt werden können. Mit diesen können Großbrände in MV auch aus der Luft bekämpft werden. Dennoch sieht der Landesfeuerwehrverband Verbesserungspotential: Der Fuhrpark müsse erneuert werden.

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In mehreren Regionen Mecklenburg-Vorpommerns gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Benötigt die Feuerwehr künftig Löschhubschrauber? Landesbrandmeister Hannes Möller im Gespräch.

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Veraltete Einsatzfahrzeuge in MV

Dennoch sieht der Landesfeuerwehrverband Verbesserungspotenzial: Der Fuhrpark müsse erneuert werden. Teilweise würden einige freiwillige Feuerwehren noch mit Fahrzeugen aus DDR-Zeiten zu Einsätzen fahren. Diese könnten oft kein Löschwasser transportieren. Der Koalitionsausschuss von SPD und CDU hatte im Februar zusätzliche 50 Millionen Euro für die Wehren angekündigt. "Das soll die Feuerwehren maßgeblich unterstützen", sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Das Geld soll Neubeschaffung von Technik eingesetzt werden. Auch ein Konzept zur Anschaffung von Drohnen sei angedacht, hieß es. Die könnten den Feuerwehren helfen, schneller einen Überblick über die Brandorte zu bekommen.

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Rund 900 Freiwillige Feuerwehren im Land

Personell sehen sich die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern gut aufgestellt: Es gibt sechs Berufs- und rund 900 Freiwillige Feuerwehren. Aber hin und wieder gebe es Engpässe, weil Arbeitgeber die Einsatzkräfte nicht zum Einsatz fahren ließen, hieß es. Durch den heißen und trockenen Sommer im vergangenen Jahr seien viele Löschteiche ausgetrocknet, hieß es. Die Wehren sind darum umso mehr auf eine funktionierende Wasserversorgung am Einsatzort angewiesen. Die Waldeigentümer könnten durch das Anlegen von Löschteichen und das Ziehen von Schneisen die Arbeit der Brandbekämpfer unterstützen.

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Waldbrandgefahr vor allem in Ost- und Norddeutschland

Deutschlandweit hält Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, auch neue, leichtere Kleidung für Feuerwehrleute gerade für lange Einsätze für nötig. Löschflugzeuge seien für Deutschland nicht geeignet, so Ziebs im Interview. Die Feuerwehren in Deutschland setzten seit Jahrzehnten auf Hubschrauber, die große Lasten wie Tausende Liter Löschwasser tragen können. Davon gebe es aber zu wenige. Diese tragfähigen Hubschrauber habe derzeit nur die Bundeswehr. Bundesweit fehlen nach Ansicht von Ziebs 10 bis 20 solcher Transporthubschrauber.

Nationales Konzept für den Katastrophenschutz gefordert

Ziebs spricht sich auch für ein nationales Konzept für den Katastrophenschutz aus. Das ist bisher Ländersache. Wenn es aber zu mehreren Waldbränden komme, könnten Einsatzkräfte und Geräte mit einem bundesweiten Konzept besser gesteuert werden, so der Präsident des Feuerwehrverbandes. Derzeit sei die Waldbrandgefahr vor allem in Brandenburg wegen trockener und sandiger Böden sowie in Süddeutschland wegen seiner Nadelwälder am größten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.04.2019 | 12:00 Uhr

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