FLI: Hohes Risiko für weitere Vogelgrippe-Ausbreitung

Stand: 02.11.2020 14:39 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems sieht weiterhin eine hohe Gefahr, dass sich die Vogelgrippe weiter ausbreitet. Geflügelhalter sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), schätzt das Risiko weiterhin als hoch ein, dass sich die Vogelgrippe weiter ausbreitet. Die Experten empfehlen allen Geflügelhaltern, ihre Vorsichtsmaßnahmen zu überprüfen. Oberste Priorität müsse sein, die eigenen Tiere zu schützen, so die Experten.

Auch indirekte Übertragung über Schuhwerk oder Streu möglich

Das gelte auch für Zoos und Tierparks. Auch hier sei das Risiko hoch, dass sich Vögel mit dem H5N5-Virus infizieren. Vor allem müssten Futterplätze oder Tränken so gesichert werden, dass Wildvögel nicht herankommen. Das Virus könne auch indirekt in die Ställe oder Volieren gelangen, beispielsweise über verunreinigte Schuhe, Streu oder Schubkarren. Außerdem sollten Barrieren zwischen den Habitaten der Wildvögel und den Geflügelhaltungen errichtet werden.

Weitere Informationen
Legehennen in einem Hühnerstall © dpa Foto: Ingo Wagner

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Nach Entdeckung des Vogelgrippe-Erregers H5N8 sind Verbraucher und Geflügelhalter in Norddeutschland in Alarmbereitschaft. Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier? mehr

Auffällige Wildvögel melden

Spaziergänger werden von den Spezialisten aufgefordert, entdeckte tote oder kranke Wildvögel den Veterinärämtern zu melden. In mehreren Bundesländern wurden in den vergangenen Tagen nahezu zeitgleich infizierte Wildvögel gefunden. Vor allem an der Nord- und Ostsee. In Mecklenburg-Vorpommern ist bislang ein Fall bekannt. Ein toter, infizierter Mäusebussard wurde auf Rügen gefunden.

Aufstallpflicht in Teilen Vorpommern-Rügens

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hatte daraufhin Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe ergriffen. Seit Sonntag muss in bestimmten Gebieten Hausgeflügel in Ställen untergebracht werden. Alle betroffenen Gebiete hat der Landkreis Vorpommern-Rügen in einer Tierseuchenverfügung aufgelistet und auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Übertragung auf Menschen bisher nicht nachgewiesen

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen und dem FLI zufolge auch auf den Menschen übertragen werden. Nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzbehörde wurden solche Fälle aber bislang weltweit nicht nachgewiesen.

Weitere Informationen
Mäusebussard © NDR Foto: Karl-Heinz Fritschek aus Neubrandenburg

Vogelgrippe erreicht MV: Virus bei einem Bussard nachgewiesen

Bei einem auf Rügen verendeten Mäusebussard haben Experten vom FLI jetzt das Vogelgrippe-Virus H5N5 nachgewiesen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 02.11.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Mund-Nasenschutz-Masken vor einem weißen Hintergrund. © imago images  Jan Huebner Foto: Jan Huebner

MV-Gipfel beschließt Maskenpflicht ab Montag

Ministerpräsidentin Schwesig appelliert, private Kontakte noch weiter zu beschränken. mehr

7-Tage-Inzidenzkarte vom 22. Januar

Corona in MV: 286 Neuinfektionen, elf weitere Todesfälle

Die meisten Neuinfektionen wurden im Landkreis Vorpommern-Greifswald registriert. mehr

Nahaufnahme einer Impfspritze © photocase Foto: willma...

In Rostock getesteter Impfstoff steht offenbar vor Zulassung

Die Unterlagen sollen bald vollständig bei der europäischen Arzneimittelbehörde eingereicht sein. mehr

Vor dem Bild des NSU-Opfers Mehmet Turgut werden bei der Gedenkstunde am Todestag am Tatort in Rostock Blumen niedergelegt. © dpa Bildfunk Foto: Jens Büttner

NSU-Terror: Ex-Innenminister nimmt Ermittler in Schutz

Der frühere Innenminister Caffier hat vor dem Landtags-Untersuchungsausschuss die Ermittler im NSU-Komplex in Schutz genommen. mehr