Stand: 12.12.2017 14:15 Uhr

Erste Teilgenehmigung für Nord Stream 2

Im Genehmigungsverfahren für den Bau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 hat das Projekt eine erste Hürde genommen. Das Bergamt Stralsund hat eine Teilgenehmigung für den Bau der Trasse im Ostseebereich des deutschen Festlandsockels erteilt. Das heißt, das Bergamt sieht keine Konflikte auf der rund 35 Kilometer langen Trasse im deutschen Ostseeraum vor Lubmin, so ein Sprecher der Gazprom-Tochter Nord Stream.

Erste Hürde für deutsche Baugenehmigung genommen

Der Bescheid ist Voraussetzung für die deutsche Baugenehmigung, die sowohl das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie als auch das Bergamt erteilen müssen. Auch die vier weiteren Länder, durch deren Ostseeräume die Pipeline führt, müssen die Baugenehmigung noch erteilen.

WWF prüft Widerspruch

Der Umweltverband WWF prüft, ob er Widerspruch gegen diese erste Teilgenehmigung einlegt. Es sei nicht ernsthaft geprüft worden, ob der von Nord Stream behauptete Bedarf an Erdgas in der EU tatsächlich bestehe, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp.

Genehmigungen stehen noch aus

Nord Stream 2 will im Frühjahr 2018 mit dem Bau der gut 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse beginnen. Das Unternehmen hofft nach Angaben eines Sprechers, dass die deutschen Behörden noch dieses Jahr entscheiden. Bislang stünden jedoch auch noch die Genehmigungen der anderen beteiligten Ostseestaaten aus Russland, Finnland, Dänemark und Schweden aus, sagte der Nord-Stream-Sprecher. Trotzdem werden bereits rund 90.000 Rohre für die Trasse vorbereitet und mit Beton ummantelt.

Breite Kritik an Erdgas-Projekt

Nord Stream 2 mit einer Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmetern Gas wird innerhalb der EU kontrovers diskutiert. Mehrere osteuropäische Länder lehnen die Pipeline vehement ab, die EU-Kommission hatte eine Initiative für neue Auflagen gestartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.12.2017 | 08:30 Uhr

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