Die Außenansicht der Gießerei Torgelow © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann

Eisengießerei Torgelow: Insolvenzverfahren eröffnet

Stand: 02.02.2021 12:43 Uhr

Am Amtsgericht Neubrandenburg ist das Insolvenzverfahren der Eisengießerei Torgelow eröffnet worden. Es soll in Eigenregie durchgeführt werden, wie Insolvenzrichterin Astrid Hacker sagte.

Der Betrieb mit mehr als 300 Mitarbeitern läuft unterdessen weiter. Wie Geschäftsführer Peter Krumhoff NDR 1 Radio MV bestätigte, gibt es eine Reihe von Investoren, die bereit seien, sich finanziell einzubringen. Jetzt komme es auf die Gespräche mit den Gläubigern an. Eine Insolvenz bedeute in erster Linie einen Schuldenschnitt. Bei diesen Verhandlungen werde sich zeigen, wer als Partner in Zukunft geeignet ist, so der Geschäftsführer weiter.

Entscheidung über Investoren Ende April

Bei der Suche nach Investoren soll es Ende April eine Entscheidung geben. Dann sei eine Gläubigerversammlung mit Auftraggebern für das Unternehmen geplant, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichtes Neubrandenburg. Das Unternehmen und der damit beauftragte Sachwalter hätten nun ein Gutachten vorgelegt. Daraus gehe hervor, dass die Gießerei zunächst weiter die Kosten - unter anderem für Löhne - tragen kann. In der Folge sei das Insolvenzverfahren nun eröffnet worden. Trotzdem werde weiterproduziert.

Pandemie-bedingte Geschäfts-Probleme

Die Eisengießerei Torgelow hatte im Juli wegen Zahlungsschwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Ein Grund waren Corona-bedingte Probleme mit wichtigen Geschäftspartnern im Ausland. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte nach Bekanntwerden der Probleme finanzielle Unterstützung zugesichert. Die Gießerei ist spezialisiert auf die Herstellung tonnenschwerer Bauteile für Windkraftanlagen. Sie gilt als wichtiger industrieller Kern in Vorpommern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.02.2021 | 12:00 Uhr

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