Polizei ermittelt nach riesiger Gülle-Flutung in Groß Lüsewitz

Stand: 12.08.2021 15:16 Uhr

Die Polizei im Landkreis Rostock ermittelt im Fall der Gülleflutung in Groß Lüsewitz. Es geht um den Verdacht der Gewässer- und Bodenverunreinigung. Rund 3.000 Kubikmeter Gülle sollen am vergangenen Wochenende aus dem Tank geflossen sein.

Den Untersuchungen zufolge sollen Unbekannte den Abfluss eines großen Auffangbehälters eines Agrarbetriebes geöffnet haben. Betroffen von der Gülle sind ein Abwassergraben Richtung Kösterbeck, eine Kläranlage, ein Kleingewässer und bis zu 35 Kleingärten. Der Abfluss aus dem Abwassergraben wurde zwar zügig gestoppt, trotzdem waren größere Mengen der Fäkalien zu den Gärten gelangt. Durch Barrieren, Absaugen und Ausbaggern des Grabens habe eine Verunreinigung der Warnow verhindert werden können. Aus dem Fluss gewinnt Rostock Trinkwasser. Die Versorgung der Hansestadt und umliegender Gemeinden sei nicht gefährdet, erklärte Kreissprecher Michael Fengler.

Schlamm aus den Gärten auf die Äcker

Derzeit laufen die Aufräumarbeiten mit schwerer Technik. Danach sollen Bodenproben genommen werden. Auch aus den Gärten werde stinkender Schlamm mit Baggern und schweren Fahrzeugen auf Äcker befördert, hieß es von der Gemeinde und vom zuständigen Amt. Am Donnerstagnachmittag trafen sich der Landwirt und die Kleingärtner mit Vertretern der Versicherungen und der Polizei vor Ort. Dabei ging es auch um die Regilierung der Schäden.

Menschliches und technisches Versagen wohl ausgeschlossen

Menschliches Versagen schließt der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes, Christian Matschie, aus. Und auch technisch seien alle Vorkehrungen getroffen worden, um die Gülle in den Tanks zu halten, sagt er. Die betroffenen Kleingärtner tragen die Verwüstung mit Fassung. Zwei Lauben und ein Carport werden abgerissen, ein Baumhaus wird wohl stehen bleiben können. Und die Ernte für dieses Jahr ist dahin.

Angler verhinderte offenbar Schlimmeres

Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar. Dass nicht noch mehr Gülle ausfloss, sei einem Angler zu verdanken, hieß es. Der Mann sei von Sonnabend zu Sonntag nochmal in der Gartenanlage gewesen, und dort sei ihm ein unangenehmer Geruch aufgefallen. Danach liefen die Schutzmaßnahmen an.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.08.2021 | 15:00 Uhr

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