Stand: 28.10.2019 17:15 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ehrenamtskarte soll landesweit 2020 kommen

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mehr als 600.000 Menschen ehrenamtlich. Das ist ein Spitzenwert in den neuen Bundesländern. Aber bei der Ehrenamtskarte hinkt das Land hinterher. Damit sollen ehrenamtlich Tätige Vergünstigungen erhalten, etwa in Museen oder bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Bereits 2017 gab es dazu einen Landtagsbeschluss zur flächendeckenden Einführung einer Ehrenamtskarte innerhalb eines Jahres. Passiert ist seitdem nichts, jetzt soll sie 2020 kommen.

Streit um eine landesweite Ehrenamtskarte

Nordmagazin -

Für freiwillige Tätigkeit sollte es eine landesweite Ehrenamtskarte geben, so ein Beschluss von 2017. Doch es gibt Streit um die Finanzierung. Rostock hat die Karte hingegen schon seit 2011.

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Unklar ist die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Zunächst stand die Finanzierung nicht, dann gab es unter den Landräten in den Landkreisen lange Diskussionen vor allem über den kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr. Ehrenamtlich Tätige, die keine Bus- oder Bahnhaltestelle bei sich in der Nähe haben, nutzt so eine Karte nichts.

Finanzierung für Ehrenamtskarte steht

Inzwischen steht zumindest die Finanzierung der Ehrenamtskarte: 2,5 Millionen Euro kommen aus dem Sozialministerium von Ministerin Stefanie Drese (SPD). Die Landräte beschweren sich allerdings über das komplizierte Vergabeverfahren, das das Ministerium offenbar anstrebt. Es soll insgesamt fünf Instanzen geben, sagte der Geschäftsführer des Landkreistages Matthias Köpp. Laut Sozialministerium wollen sich mehrere Landeseinrichtungen beteiligen. Dazu gehören das Landgestüt Redefin, die landeseigenen Schlösser von Schwerin bis Granitz auf Rügen und das Archäologische Freilichtmuseum in Groß Raden (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Außerdem hätten bereits das Deutsche Jugendherbergswerk und der Energieversorger Wemag in Schwerin ihre Bereitschaft signalisiert, etwas anbieten zu wollen. Sozialministerin Drese hofft auf viele weitere Angebote. Die Ehrenamtskarte müsse spürbare Vorteile für die Nutzer haben.

In Rostock gibt es die Ehrenamtskarte seit 2011

In einzelnen Städten und Regionen wurde die Ehrenamtkarte bereits eingeführt - in Rostock zum Beispiel im Jahr 2011. Die Stadt hat bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Insgesamt erhielten rund 1.500 Menschen eine Ehrenamtskarte, unter ihnen ist Dorothea Marckwardt. Sie war die erste Ehrenamtskarteninhaberin und nutzt das Ticket nach eigenen Angaben sehr häufig für Fahrten mit Bus und Bahn, kostenlose Besuche in Hallenbädern, Vergünstigungen beim Theaterbesuch oder für Tickets beim Rostocker Basketballteam "Seawolves".

Landesweite Umsetzung bleibt unklar

Insgesamt bieten mehr als 30 Betriebe und Vereine Sonderkonditionen an. In Rostock kann jeder einen Antrag stellen, der 15 Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr erhrenamtlich arbeitet. Der Verein, für den sie oder er tätig ist, muss die ehrenamtliche Tätigkeit bestätigen. Noch ist unklar, ob dieses Prinzip auch landesweit umgesetzt wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.10.2019 | 16:00 Uhr

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