Stand: 30.01.2019 15:48 Uhr

Stralsund: Vier Dieselkläger bekommen Recht

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Allein am Landgericht Stralsund sind mehr 200 Klagen aufgrund des Abgas-Skandals bekannt. (Archivbild)

Das Landgericht Stralsund hat im Zuge des Abgas-Skandals um VW-Dieselautos vier Urteile gesprochen. Die klagenden Autobesitzer bekamen vom Gericht das Recht zugesprochen, den Kauf ihrer Autos rückgängig machen zu lassen. Sie müssen allerdings für die Zeit des Gebrauchs eine Nutzungsentschädigung zahlen. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die VW AG ihre Kunden bezüglich der Emissionsrichtlinien getäuscht habe. Eine Berufung vor dem Oberlandesgericht in Rostock erklärte das Gericht für zulässig.

Weitere Klagen anhängig

An dem Gericht sind bisher fast 200 Klagen anhängig. Die Autobesitzer hatten gegen die Volkswagen AG geklagt. Sie warfen dem Konzern vorsätzliche sittenwidrige Schädigung vor und forderten Schadenersatz in unterschiedlichen Höhen. Weitere VW-Fahrzeugbesitzer haben gegen Autohändler aus der Region geklagt. Der Vorwurf: Sie sollen mangelhafte Autos verkauft haben. Auch andernorts im Nordosten beschäftigt der Abgas-Skandal die Gerichte.

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Volkswagen sieht keine Rechtsgrundlage für Klagen

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr erklärt, dass das Unternehmen keine Rechtsgrundlage für kundenseitige Klagen im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik in Deutschland sehe. Bislang blieben die Klagen von Volkswagen-Kunden überwiegend erfolglos - auch in Mecklenburg-Vorpommern. Laut dem Sprecher des Schweriner Landgerichts sind gut 80 Prozent der Klagen abgewiesen worden - unter anderem wegen zu geringer Erfolgsaussichten. Viele Kläger seien zwar in Berufung gegangen, die meisten hätten diese aber später zurückgezogen. Stattdessen sei es in einigen Fällen zu außergerichtlichen Einigungen mit Autohäusern oder dem VW-Konzern gekommen, hätten Kläger berichtet.

Bundesweit bisher 7.400 Urteile im Abgasskandal gefällt

Bundesweit versuchen Zehntausende VW-Kunden vor Gericht, Schadenersatz beim Hersteller beziehungsweise den Händlern einzufordern. Rund 7.400 Urteile wurden bis Anfang November 2018 gefällt. Gingen sie zugunsten der Kläger aus, sprachen die Richter den Betroffenen bisher zwischen 7 und 25 Prozent des Kaufpreises als Schadenersatz zu. Zahlreiche Verfahren wurden allerdings auch zugunsten von Volkswagen entschieden, dann bekamen die Kläger nichts.

Dem Oberlandesgericht Braunschweig liegt seit 1. November zudem eine Musterfeststellungsklage vor. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zieht darin stellvertretend für Zehntausende Dieselfahrer vor Gericht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.01.2019 | 15:00 Uhr

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