Stand: 08.10.2019 17:23 Uhr

DRK fordert bessere Schwimmausbildung für Kinder

Viele Badeunfälle passieren, weil Kinder nicht richtig schwimmen können. (Symbolbild)

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine bessere Schwimmausbildung für Kinder. Anlass ist die Bilanz der diesjährigen Badesaison. 18 Menschen kamen demnach im Nordosten bei Badeunfällen ums Leben.

DRK kritisiert hohen Nichtschwimmer-Anteil unter Kindern

Besonders tragisch war laut DRK der tödliche Badeunfall in Tessin bei Rostock. Dort war im Juni ein zehnjähriges Mädchen in einem Freibad gestorben, weil es nicht schwimmen konnte. Im Landtag hatte daraufhin unter anderem die Fraktion Freie Wähler/BMV zusätzliche Schwimmangebote gefordert. Der politischen Debatte sollten nun Taten folgen, forderte DRK-Präsident Werner Kuhn. Es sei erschreckend, dass 30 Prozent aller Schüler in der dritten und vierten Klasse nicht schwimmen können.

Es fehlt an Schwimmlehrern und Schwimmbädern

Gründe für die Defizite beim Schwimmen seien entweder ein Mangel an Schwimmlehrern und Schwimmbädern oder zu hohe Fahrtkosten. Das dürfe aber keine Entschuldigung sein, so Kuhn weiter. Darüber hinaus hätten auch Eltern die Pflicht, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen.

Seepferdchen-Abzeichen ist nicht ausreichend

Selbst wenn Kinder die erste Schwimmstufe, das Seepferdchen, ablegten, sei das eigentlich nicht ausreichend, sagte Thomas Powasserat von der DRK-Wasserrettung. "Das Seepferdchen beinhaltet, dass ein Kind 25 Meter schwimmen muss. Aus unserer Sicht ist diese Anforderung viel zu gering, um davon sprechen zu können, dass das Kind sicher schwimmen kann."

Finanzielle Unterstützung für Schwimmkurs-Anbieter gefordert

Kuhn appellierte an die Regierungsfraktionen von SPD und CDU, gute Vorschläge der Opposition im Landtag im Interesse der Kinder aufzugreifen. Als Beispiel nannte er die Übernahme einer Initiative aus Nordrhein-Westfalen. Dort gewähre das Land dem DRK oder auch Schwimmvereinen, die außerhalb des Unterrichts Schwimmkurse anbieten, eine finanzielle Unterstützung. "Mit einem solchen Zuschuss könnten auch bei uns Transportkosten und Hallengebühren beglichen werden", sagte Kuhn. Außerdem schlug er vor, Schwimmkurse im Sommer in das Nachmittagsprogramm der Ganztagsschulen aufzunehmen.

Das DRK hatte 2012 eine eigene Initiative gestartet, das Projekt "Rette sich wer's kann". So wurden bislang 60.000 Euro Spenden gesammelt. Mit dem Geld wurden laut Kuhn auch ehrenamtliche Schwimmlehrer ausgebildet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.10.2019 | 16:00 Uhr

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