Stand: 15.03.2020 13:14 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Coronavirus: Erste Stornierungen in Tourismusbranche

Verrammelte Strandkörbe © dpa-Bildfunk Foto: Christian Charisius
Wegen des Coronavirus fürchtet das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern, dass Urlauber fernbleiben.

In Mecklenburg-Vorpommern hängt jeder fünfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Tourismuswirtschaft ab. Vielen Betrieben stellt sich daher die Frage, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus auf die Geschäfte im Sommer auswirken wird. Die Absage der Reisemesse ITB in Berlin gab möglicherweise einen ersten Vorgeschmack auf das, was noch bevorstehen könnte. Der Landestourismusverband hat mit einer Umfrage unter 450 in der Branche tätigen Unternehmen ein Stimmungsbild ermittelt: Demnach rechnen rund 50 Prozent der Befragten mit zum Teil erheblichen Einbußen. Schon jetzt haben viele mit zahlreichen Stornierungen zu tun.

Tourismusverband warnt vor Panikmache

Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, warnt angesichts der Zahlen jedoch vor Panikmache. Denn die könne das anstehende Ostergeschäft gefährden. Die von der Landesregierung in Aussicht gestellten Hilfen für die Wirtschaft sieht Woitendorf positiv. So mancher Unternehmer aus dem Gastgewerbe will die Zahlen der Umfrage nicht überbewerten. So erklärte ein Kühlungsborner Hoteldirektor, der ein großes Haus mit 99 Zimmern und zusätzlichen Ferienwohnungen führt, dass sein Haus zu 90 Prozent ausgebucht sei.

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Hoffen auf gutes Wetter und Kurzentschlossene

Vor allem Kurzurlauber hätten sich wegen des guten Wetters kurzerhand auf den Weg zur Ostseeküste gemacht. Dennoch verzeichne auch sein Hotel bereits Stornierungen für das Ostergeschäft, was eigentlich ungewöhnlich sei. Die Hoffnungen ruhen bei Vielen auf gutem Wetter. Denn dann würden noch viele Kurzentschlossene in die Urlaubsdomizile an der Ostsee kommen.

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Gemischte Stimmung unter Urlaubern

Unter den Urlaubern ist das Stimmungsbild gemischt, wie ein Reporter von NDR 1 Radio MV nach Gesprächen an der Promenade in Kühlungsborn berichtet. Es gebe zwei große Gruppen: Die eine wolle sich durch das Virus so wenig wie möglich in ihrer Urlaubsgestaltung einschränken lassen. Bei der anderen Gruppe überwiege dagegen die Nachdenklichkeit: Wie etwa bei einem Ehepaar aus Verden, das den Skiurlaub in Österreich stornieren musste und nun nach Mecklenburg gekommen ist. Das Paar sieht den Kurzurlaub in Kühlungsborn als letzte Chance, noch einmal herauszukommen. Der Mann und die Frau befürchten, dass sich die Corona-Krise so weit verschärfen werde, dass sie irgendwann zu Hause bleiben müssen.

Am Wochenende war es in Kühlungsborn rappelvoll

An diesem Wochenende waren Auswirkungen des Coronavirus zumindest in Kühlungsborn noch nicht zu spüren: Bei schönem Wetter platzte das Ostseebad aus allen Nähten. Der Strand war bevölkert wie im Sommer, die Promenaden voll und in den Eiscafés gab es keine freien Sitzplätze mehr.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.03.2020 | 13:00 Uhr

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