Stand: 20.04.2020 05:16 Uhr

Corona: Schulen in MV müssen Hygieneplan umsetzen

Eine grüne Schultafel auf der mit Kreide geschrieben steht: "Schule entfällt wegen Corona-Virus, Covid-19, SARS-CoV-2". Davor hogestellte Stühle auf Tischen. © imago images / Michael Weber Foto: Michael Weber
Wenn die Schule am 27. April für einige Jahrgangsstufen wieder beginnt, müssen Abstandsregeln eingehalten werden.

Für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern gilt von heute an ein spezieller "Hygieneplan Corona", der bis zum Unterrichtsbeginn am 27. April umgesetzt werden muss. Der Erlass des Bildungsministeriums sieht unter anderem vor, dass in Klassenräumen höchstens noch 15 Schüler sitzen dürfen. Die Tische sollen auf 1,5 Meter Abstand auseinandergezogen werden, für Gruppenarbeit wird eine Sitzordnung ohne Tische empfohlen. Vorerkrankte Schüler können bei ihrem jeweiligen Schulamt beantragen, zu Hause zu lernen. Das gelte laut Bildungsministerium auch dann, wenn Schüler mit Risiko-Patienten in einem Haushalt leben.

Desinfektionsmittel sind nicht vorgeschrieben

Lehrer sind laut Hygieneplan angehalten, Schüler nicht direkt anzusprechen, ihnen nicht über die Schulter zu schauen oder sich über Hefte zu beugen. Handdesinfektion sieht der Hygieenplan nicht vor, regelmäßiges, gründliches Waschen mit Seife genüge. Jede Schule müsse dazu in ihren Sanitärräumen Seifenspender und Einmalhandtücher bereithalten. In den Pausen sollen Lehrkräfte sicherstellen, dass die Toilettenräume nur einzeln von Schülern genutzt werden. Mehrmals täglich sollen unter anderem Türklinken, Griffe, Treppenläufe und Lichtschalter gereinigt werden. Eine Maskenpflicht gibt es dem Plan zufolge in den Schulen nicht - nach Unterrichtsschluss muss aber sichergestellt werden, dass die Kinder an den Haltestellen der Schülerbusse die Abstandsregeln einhalten.

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Kein Präsenzunterricht für vorerkrankte Lehrer

Lehrerinnen und Lehrer, die aufgrund von Vorerkrankungen zu den Risikogruppen einer Covid-19-Infektion gehören, sollen in diesem Schuljahr keinen Präsenzunterricht mehr geben. Lehrkräften, die älter als 60 Jahre sind und Schwangeren wird es freigestellt, sich für Präsenzunterricht zu melden, heißt es in dem Erlass weiter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft befürchtet, dass sie unter hohem Druck stehen, in die Schulen zurückzukehren.

Erst-, Zweit- und Drittklässler bleiben erst mal zu Hause

Kathrin Feistner spricht vor einer Klasse in der Grundschule Neubrandenburg. © NDR
Am 4. Mai sollen die Viertklässler wieder zur Schule gehen.

Ab dem 27. April sollen die Schüler der Abiturprüfungsjahrgänge und die der Mittleren Reife an die Gymnasien, Gesamt- und Regionalschulen zurückkehren. Anfang Mai sollen dann die Neunt- und Elftklässler sowie Grundschüler der vierten Klassen folgen. Jüngere Schüler sollen vorerst zu Hause bleiben.

Gewerkschaft hat Bedenken wegen baulicher Mängel

Mit Blick auf die Personalsituation ist es laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft problematisch, dass Lehrkräfte nun an den Haltestellen der Schülerbusse eingesetzt werden, um die Abstandsregeln zu kontrollieren. Sie fordert außerdem, dass die Gesundheitsämter die Schulen bei der Umsetzung des Hygieneplans unterstützen und sie für den Unterricht freigeben. Unklar sei auch, wie Schulen mit baulichen Mängeln im Sanitärbereich schnell geholfen werden kann, so die Gewerkschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.04.2020 | 06:00 Uhr

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