Stand: 11.06.2020 06:44 Uhr

Caffier weist Eskens Rassismusvorwurf gegen Polizei zurück

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat Rassismusvorwürfe gegen die Polizei zurückgewiesen. Anlass war eine Äußerung der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken nach den Vorfällen in den USA. Esken hatte in einem Interview gesagt, es gebe auch in Deutschland latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte. Diese Äußerung stoße bei ihm auf absolutes Unverständnis, so Caffier in einer Mitteilung am Mittwoch. "Entweder ist das Unkenntnis oder Populismus."

VIDEO: Polizei: Rassismus-Vorwurf stößt auf Kritik (3 Min)

Caffier: Polizisten dürfen nicht diskreditiert werden

Die Ereignisse in den USA seien in aller Form zu verurteilen, könnten aber nicht Eins-zu-Eins auf Deutschland übertragen werden, so Caffier weiter. Die Landespolizei stehe fest auf dem Boden von Recht und Verfassung und lehne Rassismus ab. "Tausende Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag motiviert und engagiert für die Sicherheit und den gesellschaftlichen Frieden eintreten, dürfen jetzt nicht diskreditiert werden."

GdP-Chef: Rassismus wird konsequent verfolgt

Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern, Christian Schumacher, wies die Äußerungen Eskens scharf zurück. Rassismus in der Landespolizei werde konsequent verfolgt, so Schumacher im NDR Interview. In der Polizei könne es natürlich auch rassistische Menschen geben, so Schumacher, aber das werde sanktioniert. Wer rassistisch handle, habe in der Polizei nichts zu suchen.

SPD-Generalsekretär: Wehrhafte demokratische Kultur pflegen

Der Generalsekretär der SPD in MV, Julian Barlen, sagte, weder pauschale Unterstellungen noch eine Leugnung des Problems seien hilfreich. "Ich habe die Debatte so verstanden, dass es darum geht, Gewalt und Rassismus in allen Teilen der Gesellschaft und auch im Staat wirksam zu bekämpfen", so Barlen im NDR Nordmagazin. Die wenigen "schwarzen Schafe" dürften nicht die herausragende Arbeit des Großteils der Polizei in ein schlechtes Licht rücken. Alle Bereiche der Gesellschaft müssten eine "positive, demokratische, wehrhafte Kultur" pflegen.

Weitere Informationen
Polizisten patrouillieren vor dem Eingang zu einem Supermarkt auf einer Einkaufsstraße. © picture alliance / dpa Foto: Axel Heimken

Rassismus bei Polizei? Mehr Wachsamkeit gefordert

Der Kriminologe Joachim Kersten hat auf NDR Info mehr Aufmerksamkeit für das Thema Rassismus in der Polizei gefordert. Kersten sagte, es gebe aber kein strukturelles Problem bei dem Thema. mehr

Demonstration gegen Rassismus in Rostock. © Max Fuhrmann Foto: Max Fuhrmann

Rostock: Gut 600 Menschen bei Demo gegen Rassismus

In Rostock haben mehr als 600 Menschen gegen Rassismus demonstriert. Obwohl die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, griff die Polizei nicht ein, um eine Konfrontation zu vermeiden. mehr

Demonstration am Jungfernstieg in Hamburg © René Schröder Foto: René Schröder

Tausende bei Demos gegen Rassismus in Hamburg

Bei Demos gegen Rassismus haben in Hamburg etwa 14.000 Menschen demonstriert - zu viele in Corona-Zeiten. Deshalb wurden die Proteste abgebrochen. Im Anschluss gab es Auseinandersetzungen und Verletzte. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.06.2020 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Corona in MV: Nachverfolgung teilweise nicht mehr möglich

Derzeit werden laut Gesundheitsminister Glawe 36 Corona-Patienten in Kliniken behandelt - sechs auf Intensivstationen. mehr

Fahrzeuge auf einer Autobahn © NDR Foto: NDR

MV: Keine Quarantäne nach Reisen in Inlands-Risikogebiete

Mit der neuesten Corona-Verordnung wurde die 14-tägige Quarantänepflicht aufgehoben. mehr

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eröffnet die erste Sitzung des MV Zukunftsrates. © ndr Foto: Jette Studier

Zukunftsrat soll Landesregierung beraten

Das neue Gremium ist nicht das einzige, das in Mecklenburg-Vorpommern dem Landtag Konkurrenz macht. mehr

Visualisierung: Coronavirus. © picture alliance / 360-Berlin

MV: 86 neue Corona-Infektionen, jetzt 1.972 Fälle insgesamt

Landesamt hat aus zwei Landkreisen keine Zahlen zu neuen Infektionen. mehr