Stand: 16.07.2020 06:00 Uhr

Buchensterben in MV: Grünes Welterbe in Gefahr?

Spaziergänger laufen durch einen Buchenwald im Nationalpark Jasmund. © dpa/Picture Alliance Foto: Jens Büttner
Die Büchenwälder vor allem im östlichen Teil des Landes leiden unter der Dürre der letzten Jahre. (Symbolbild)

Trotz des vielen Regens in den vergangenen Wochen werden offenbar viele Buchen in Mecklenburg-Vorpommern den Sommer nicht überstehen. Besonders betroffen ist der Osten des Landes.

Regen kommt nicht im Boden an

Vor allem die älteren Bestände mit einem Alter ab 80 Jahren weisen starke Schäden auf. Laura Rieck von der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern erklärte, dass die Böden im dritten Dürrejahr in Folge einfach nicht genug Wasser aufgenommen hätten. Tiefwurzlern wie der Buche mache das besonders zu schaffen. Sie entwickeln nur kleine Blätter, werfen diese ab und besonders im Kronendach sterben die Äste ab. Der viele Regen der vergangenen Tage komme einfach nicht in den tiefen Bodenschichten an. In den Forstämtern Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Rothemühl (Landkreis Vorpommern-Greifswald) weisen beispielsweise 20 bis 30 Prozent der älteren Bäume schwere Schäden auf. Sie werden das Jahr wohl kaum überstehen.

Standort ist ausschlaggebend

Allerdings kommt es immer auf den Standort der Bäume an. In Ivenack und Dargun (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sowie östlich von Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gehe es den Bäumen relativ gut, weil dort die Böden mehr Wasser speichern können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.07.2020 | 06:00 Uhr

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