Stand: 13.11.2017 08:11 Uhr

Spatenstich für Forschungslabor in Anklam

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Russischer Löwenzahn soll zukünftig in Anklam für die Produktion von Reifen aus alternativen Rohstoffen erforscht werden.

Der Reifenhersteller Continental beginnt in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mit dem Bau eines Forschungslabors zur Gewinnung von Naturkautschuk. Das Unternehmen will in diesem Zusammenhang rund 35 Millionen Euro für die Entwicklung neuer Reifenmaterialen in die Hansestadt investieren.

Russischer Löwenzahn zur Kautschukgewinnung

Mit dem symbolischen Spatenstich durch Witschaftsminister Harry Glawe und Anklams Bürgermeister Michael Galander begannen am Mintag die Bauarbeiten des sogenannten "Taraxagum Lab", benannt nach der lateinischen Bezeichnung für Löwenzahn. In der Forschungseinrichtung soll in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) untersucht werden, wie aus russischer Löwenzahnwurzel Naturkautschuk für die Serienproduktion von Autoreifen hergestellt werden kann.

Investition in Nachhaltigkeit

Unterstützung für die Investitionen gibt es auch vom Land. Löwenzahn gilt als umweltfreundlicher und nachhaltiger Rohstoff. Durch den Anbau in der Region entfallen außerdem lange Transportwege in europäische Produktionsstätten. Die bislang genutzte Anbaufläche bei Anklam von 15 Hektar sollen nach Angaben des Unternehmens auf 800 Hektar erhöht werden. Continental zählt zu den führenden Herstellern von Autoreifen in Europa und will in Anklam in den kommenden vier Jahren mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen.

Naturkautschuk unverzichtbar für Reifenproduktion

Die Investitionspläne des Reifenherstellers sind seit etwa einem Jahr bekannt. Bislang wird Naturkautschuk überwiegend aus einem in Südostasien wachsenden Baum namens "Hevea brasiliensis" gewonnen. Rund 95 Prozent der Wetlproduktion stammt dem Fraunhofer-Institut zufolge aus Südostasien. Der Anbau Russischen Löwenzahns und die Erforschung des Verfahrens zur Gewinnung von Kautschuk aus dem Saft der Wurzel soll eine nachhaltige und regionale Rohstoffbasis etablieren. Komplett auf Naturkautschuk verzichten kann man nach Angaben des Reifenherstellers nicht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.11.2017 | 07:30 Uhr

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