Foto des Buchs "Bauer Hubert - Das Geheimnis der Stromkuh." Zentrales Motiv auf dem Cover ist eine gezeichnete Kuh, deren Augen wie Scheinwerfer leuchten. © Sandra Preis, FNR Foto: Sandra Preis, FNR

Bauer Hubert erklärt nachwachsende Rohstoffe

Stand: 07.03.2021 07:55 Uhr

Bauer Hubert vermittelt Kindern Wissenswertes über nachwachsende Rohstoffe. Erfunden wurde die Kinderbuchfigur vor 15 Jahren in Gülzow bei Güstrow. Mittlerweile gibt es zehn Hefte.

von Franziska Drewes NDR 1 Radio MV

Er hat eine Knollnase, fährt einen grünen Traktor und ist ein Freund der Natur. Vor 15 Jahren wurde Bauer Hubert zum Leben erweckt und zwar von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow bei Güstrow. Er bringt Kindern Holz, Flachs oder auch Löwenzahn nahe, also Rohstoffe, die unendlich nachwachsen und vielseitig einsetzbar sind.

Bauer Hubert und das Geheimnis der Stromkuh

Mit der Geschichte "Bauer Hubert und das Geheimnis der Stromkuh" fing alles an. Darin zeigt der Landwirt Leon und Paula seinen Kuhstall. Die Kinder begleiten ihn durch alle Geschichten, in dieser stehen beide in dicken Kuhfladen. Bauer Hubert erklärt ihnen, dass seine Tiere Zauberkühe sind und nicht nur Milch, sondern auch Strom geben. Die jungen Leser erfahren, dass vier Kühe so viel Strom liefern, dass damit ein Haus versorgt werden kann. Natürlich können die Kühe von Bauer Hubert nicht zaubern. Ihre Gülle und ihr Mist werden in einer Biogasanlage verarbeitet. Darum geht es in dieser ersten Geschichte.

Kinder lernen fürs Leben

Sandra Pries ist bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe für das Projekt zuständig. Die Geschichten sollen vor allem ältere Kindergartenkinder und Grundschüler ansprechen. Sie erfahren, was nachwachsende Rohstoffe sind, wie vielfältig sie eingesetzt werden können und dass fossile Ressourcen endlich sind. "Uns war von Anfang an klar, dass es wichtig ist, Kindern bewusst zu machen, was mit der Welt passiert und was es für Möglichkeiten gibt, auch andere Wege zu gehen. Diese Informationen können Kinder gut aufnehmen und werden diese wahrscheinlich ihr Leben lang nicht vergessen." Mittlerweile gibt es zehn Hefte. In einer Geschichte fährt Bauer Hubert ein knallrotes Auto, das mit weißen Blüten verziert ist. Er fragt Paula und Leon, aus welcher Pflanze wohl das Armaturenbrett und das Lenkrad sind. Beide Kinder blicken den Landwirt fragend an. Er erklärt ihnen, dass sie aus Kartoffeln sind und die Reifen aus Löwenzahn. In einer anderen Geschichte baut Bauer Hubert die Pflanzen Krapp und Waid an, die Kleidung leuchtend rot oder blau färben.

Berliner Künstlerin illustriert Hefte

Die Textpassagen lösen auch bei Erwachsenen Aha-Momente aus, etwa bei Juliane Assies. Sie illustriert die Geschichten um Bauer Hubert seit über sechs Jahren. Der erste Künstler Michael Ryba starb tragisch an den Folgen eines Autounfalls. Die Berliner Diplomdesignerin hat sich in dessen Stil eingearbeitet. "Bauer Hubert und ich mussten uns erst einmal kennenlernen. Das war am Anfang durchaus holprig. Aber mittlerweile kommt mir der Charakter aus der Hand. Der Bauer ist ein Lebenspartner geworden, er bereichert mein Leben und ich hoffe, ich seines auch." Der gut gelaunte Landwirt in grüner Latzhose und mit grün-weißem Basecap begleitet Juliane Assies Tag wie Nacht. Ihren Skizzenblock hat sie immer parat, auch am Bett. Für das Jubiläum durfte die Diplomdesignerin eine neue Protagonistin entwerfen, Försterin Waldtraut. Ihre erste Geschichte heißt "Försterin Waldtraut und der durstige Wald". Darin erklärt sie Paula und Leon in einfacher Sprache den Klimawandel und das Problem mit den Schädlingen. Sie beschreibt, wie Borkenkäfer Gänge unter die Baumrinde graben und diese zur Aufzucht ihrer Nachkommen nutzen. Dabei zerstören sie allerdings die Wasserleitungsbahnen des Baumes. Dies zu illustrieren, ist Juliane Assies besonders eindrücklich gelungen. "Ich dachte, ah Gänge, die kann ich ja auch in den Alltag eines Kindes adaptieren. Und so wie in einem Kindergarten leben jetzt die Borkenkäfer in ihren Gängen. Da gibt es die Babies, die sich entwickeln und die Erzieherin, die sich mit der Truppe beschäftigt. Da gibt es einen frechen Borkenkäfer und einen faulen, der sich im Liegestuhl sonnt."

Jede Zeichnung muss fachlich stimmen

Die Diplomdesignerin bereitet sich immer detailliert vor, recherchiert, fragt nach, lässt sich beraten von den Mitarbeitern der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Jede Zeichnung muss fachlich stimmen, aber sie darf auch verspielt sein. Das ist Juliane Assies sehr wichtig. "Bilderbücher prägen Kinder. Und nachwachsende Rohstoffe sind da ein wichtiges Thema für ihre Zukunft." Die Illustrationen kommen so gut an, dass Juliane Assies immer öfter Autogramme und Widmungen in die Hefte schreiben darf. Darüber freuen sich auch die Mitarbeiter der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Sie sind es, die die Ideen für die Geschichten liefern und damit offenbar Kinder ansprechen. Gerade erst erschienen ist das erste Wimmelbuch für die ganz Kleinen. Es zeigt Bauer Hubert in unterschiedlichen Alltagsszenen, im Wald beim Holzfällen, in der Tischlerei beim Spielzeug bauen oder auf dem Bauernhof, unter anderem beim Tanken des Traktors mit Biodiesel.

Hefte als Unterrichtsmaterial geeignet

Die Geschichten zu Bauer Hubert werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziell gefördert. Sie können bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe bestellt werden, ab 50 Cent pro Heft. Es gibt auch Pakete für Schulklassen. Gerade entsteht ein neues Heft. Darin erklärt Bauer Hubert, wie aus Stroh und Holz sehr stabile Häuser gebaut werden können. Es soll in diesem Sommer erscheinen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.03.2021 | 12:00 Uhr

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