Stand: 15.04.2020 14:15 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Anzeige nach Wolfsabschuss bei Schwaan

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Die Wölfin soll sich mehrfach mit Hunden gepaart haben. (Themenbild)

Wegen der Tötung einer Wölfin bei Schwaan (Landkreis Rostock) sind gegen Umweltminister Till Backhaus (SPD) zwei Anzeigen gestellt worden. Das bestätigte die Polizei. Grund für den Abschuss war laut Backhaus eine mögliche Hybridisierung. Das Tier soll sich mehrfach mit Hunden gepaart haben.

Vorwurf: Abschuss rechtlich nicht zulässig

Die Tötung der Wölfin sei eine Fehlentscheidung und rechtlich unzulässig, so der Vorwurf von Tom Schulze-Helmke. Für die Initiative "Schützt die Wölfe" hat er eine der Anzeigen gestellt. Das Bundesnaturschutzgesetz lasse nur den Abschuss von Hybriden zu. Eine vorsorgliche Tötung von reinrassigen Wölfen sei jedoch nicht erlaubt, so Schulze-Helmke. Tiere werden als Hybride bezeichnet, wenn ihre "Eltern" zu zwei verschiedenen Arten gehören.

Backhaus: Wolfsbestand durch Hybridisierung gefährdet

Die Wölfin war in der Nacht zu Sonnabend mit einem Gewehr erschossen worden. Umweltminister Backhaus hatte dafür eine artenschutzrechtliche Sondergenehmigung beim Landkreis eingeholt, da eine Hybridisierung den Wolfsbestand gefährde. Dass die Wölfin sich bereits mit Hunden gepaart hatte, sei durch Aufnahmen einer Wildtierkamera belegt, so das Umweltministerium.

Wolfskadaver wird in Berlin untersucht

Ob die Wölfin bereits trächtig war, soll dem Ministerium zufolge nun im Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht werden. Wegen der Corona-Lage sei derzeit allerdings nicht gesichert, dass die Sektion zeitnah stattfindet. Die beiden Anzeigen gegen Backhaus wurden unabhängig voneinander gestellt und an die Staatsanwaltschaft Rostock übergeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.04.2020 | 13:00 Uhr

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