Stand: 17.09.2019 17:18 Uhr

Ärztemangel: Landarzt-Quote soll Abhilfe schaffen

Im Nordosten werden händeringend Hausärzte gesucht - insbesondere in ländlichen Gebieten. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern will dem Ärztemangel auf dem Land begegnen und dafür eine sogenannte Landarzt-Quote einführen. Jeder zehnte Medizinstudienplatz soll für Bewerber reserviert werden, die nach dem Studium als Hausarzt in sogenannte unterversorgte Regionen gehen. Die rot-schwarze Landesregierung hat dafür ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht.

Jährlich 40 Studienplätze für angehende Landärzte

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte, es werde immer schwieriger, Landarzt-Praxen nachzubesetzen. Junge Mediziner ziehe es eher in die größeren Städte. Die Werbung mit einem einfacheren Zugang zum begehrten Medizinstudium solle dem entgegenwirken. Etwa 40 der jährlich gut 400 Studienplätze an den Universitäten in Rostock und Greifswald sollen für Nachwuchsmediziner vorgehalten werden, die sich verpflichten, nach dem Studium auf's Land zu gehen.

Numerus Clausus fällt weg

Der Vorteil für sie: Es gelten niedrigere Hürde, zum Beispiel soll der Numerus clausus wegfallen, der einen bestimmten Abitur-Durchschnitt vorsieht. Halten sich die junge Mediziner nach dem Studium nicht an die Vereinbarung und gehen in größere Städte, ist eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro fällig. Erstmals soll die Quote in zwei Jahren zum Wintersemsester 2021 gelten. In anderen Ländern gilt die Quote früher, Nordrhein-Westfalen hat sie für diesen Herbst eingeführt.

Viele Hausärzte gehen bald in den Ruhestand

Das letzte Wort über die Landarzt-Quote hat der Landtag. Der Entwurf gehe jetzt in die Anhörung zu den Verbänden, teilten Glawe und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit. Für die Einführung der Landarztquote muss außerdem das Hochschulzulassungsgesetz geändert werden. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte den Entwurf dafür Anfang September in den Landtag eingebracht.

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gegenwärtig rund 1.200 Hausärzte. 35 Prozent von ihnen sind zwischen 50 und 59 Jahre alt und gehen voraussichtlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.09.2019 | 17:00 Uhr

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