Stand: 28.07.2018 09:34 Uhr

Älteste Sternwarte in MV öffnet zur Mondfinsternis

Die wohl älteste erhaltene Sternwarte Mecklenburg-Vorpommerns in Remplin bei Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat am Freitagabend nach jahrzehntelanger Restaurierung ihre Tore wieder für Besucher geöffnet. Die offizielle Eröffnung findet zwar erst am Sonnabend statt, doch schon am Freitag konnten Interessierte zur Beobachtung der totalen Mondfinsternis in die Sternwarte kommen. Trotz schlechter Sichtverhältnisse kamen rund 200 Besucher, um die Mondfinsternis zu beobachten.

Sternwarte in Remplin: Mit Herzblut wachgeküsst

Vom Gartenhaus zum Observatorium

Das Ambiente in Remplin ist reizvoll. Die Geschichte des über 200 Jahre alten Gebäudes ist durchaus interessant: Sie geht auf Graf Friedrich von Hahn zurück, der sich auf Schloss Remplin ein Chemielabor und physikalische Instrumentensammlung anlegte. 1793 ließ er sein Gartenhaus zum Observatorium umbauen. Der heute restaurierte Turm entstand um 1800. Doch nachdem der Graf fünf Jahre später starb, wurde die Sternwarte immer seltener genutzt und verfiel schließlich.

Der Blutmond über Hamburg am 27. Juli 2018 © Thomas Luerweg Foto: Thomas Luerweg

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Wenn der Mond in den Schatten der Erde eintaucht, beginnt die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Sehen Sie hier die 103 Minuten im Zeitraffer.

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Aus Dornröschenschlaf erweckt

Fast 200 Jahre später, im Sommer 1979, entdeckte Dietmar Fürst vom Förderverein der Rempliner Sternwarte, der damals Lehrer in Berlin war, mit einer Jugendgruppe das verfallene Gemäuer, wie er erzählt. Im Jahr darauf beschloss er mit einigen Gleichgesinnten ein "bisschen aufzuräumen." Seit nunmehr 38 Jahren kommt die Gruppe für zwei Wochen im Sommer zum Arbeitseinsatz. Zu DDR-Zeiten war das gar nicht so leicht, so Fürst: "Geld war knapp, Material war knapp."

"Wir hatten drei Währungen in der Zeit"

Angefangen hätten sie 1980 mit nur sechs Leuten, mittlerweile seien es bis zu 35. Insgesamt etwa 10.000 Arbeitsstunden haben sie in die Restaurierung investiert, sagt Fürst. "Und wie viel Geld kann man gar nicht sagen. Wir hatten drei Währungen in der Zeit." Seit der Wende gaben etwa das Landwirtschaftsministerium, die Gemeinde Malchin, Stiftungen oder Sponsoren etwas dazu. Für sein Engagement um den Wiederaufbau der Sternwarte ist Fürst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.07.2018 | 18:40 Uhr

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